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Volume Heft 10

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 31.1997 (Rights reserved)

THEMEN __________________________ Bestandserhaltung Struktur vordringen, sobald die optisch dichteren Schmutzphasen explosiv verdampft werden konnten, ohne daß den Kollagenfasern Schaden zugefügt wurde. Dieser Mechanismus konnte an einem sehr empfindlichen Buchmale- reiblatt eines französischen Stundenbuches aus dem 15. Jahrhundert nach- gewiesen und demonstriert werden. Druckbuchstaben auf Papier limitieren den Lasereinsatz. Sie werden sehr ef- fektiv entfernt, da ihre optische Dichte sehr hoch ist. Leimflecken können da- gegen zu einem bestimmten Grad schonungsvoll beseitigt werden '. Laserspektroskopische Methoden werden zur Zeit erprobt, um während des Laser-Reinigungsvorganges sicher und schnell den Endpunkt des Vorganges zu detektieren, bevor zu erhaltende Substratmaterialien (Pigmente, Pergament etc.) in irgendeiner Weise verändert werden. Als zerstörungsfreie Prüfmethode kommt die Laser-induzierte Fluoreszenzspektroskopie (Laser-Induced Fluore- scence, LI F) zum Einsatz. Dabei wird vom zurückbleibenden Material unter der nicht zerstörenden Laser-Bestrahlung charakteristische elektromagneti- sche Strahlung aufgefangen, die eine chemische Identifkation zuläßt. Auf die- se Weise kann eindeutig festgestellt werden, ob erhaltenswerte Schichten nach einem Laser-Reinigungspuls vorliegen. Komplementär dazu ist die La- ser-induzierte Plasmaspektroskopie (Laser-Induced Plasma Spectroscopy, LIPS), bei der die Strahlungsemission des verdampften Schmutzes Auskunft über seine Zusammensetzung gibt. Dieses moderne Instrumentarium wird derzeit für die Laser-Reinigung an speziellen Modellsystemen, die z. B. aus synthetischen Kontaminations- und Pigmentschichten auf Pergamenten be- stehen, entwickelt. Die Laser-Reinigung von Pergamenten und Papier steht noch am Anfang ihrer Erforschung und Entwicklung, wie die Literaturliste deutlich zeigt. In den er- sten Studien hat sich jedenfalls schon gezeigt, daß Verfahrenseigenschaften Berührungslosigkeit und Trockenheit zu einem bisher unerreichten Vorteil entwickelt werden können. Die Arbeitsparameter des Lasers können an Per- gamenten in einem weiteren Bereich gewählt werden als bei Papier, welches sich der nahen ultravioletten Laserstrahlung gegenüber als das empfindlichere Substrat zu erweisen scheint. Es gilt in der nahen Zukunft, in einer engen und systematischen Zusammenarbeit zwischen Restauratoren, Kunsthistorikern, Archivaren und Bibliothekaren die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen, die- ser neuen Technik auszuloten. Zu dieser Vorgehensweise haben sich in dem oben erwähnten europäischen EUROCARE-Forschungsprojekt ,,LACLEPA" Partner aus diesen Disziplinen zusammengefunden und auf den Weg ge- macht. 1944 BIBLIOTHEKSDIENST 31. Jg. (1997), H. 10
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