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Volume Heft 9

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 31.1997 (Rights reserved)

Technik ______________________________ THEMEN In der Praxis wurden z. B. mit 250 Gramm 14 Millionen Etiketten gekenn- zeichnet. Bei einem Preis von 30.000 $ würde die Kennzeichnung eines Eti- ketts dann etwas unter einem halben Pfennig liegen. Bei höherer Ergiebigkeit, d. h. höherer Körnung (15 statt 35 Mikron) läßt sich dieser Preis noch unterbie- ten. Statt auf ein Etikett kann in angepaßtem Farbton (klare oder farbige Flüssig- keit) die Kennzeichnung unsichtbar an einer bestimmten Stelle der Lithogra- phie, des Buches oder des Gemäldes angebracht werden. Alle Medien und Geräte z. B. einer Bibliothek sind so zu sichern. Eine Markierung auf den ersten Zentimetern eines Ton- oder Videobandes, auf dem Label einer CD, dem Geräteschild eines PC oder seinem Zubehör verschafft eine eindeutige Zuordnung. Ein Microtaggant-Pinseltupfer auf die Unterschrift unter einem Dokument versichert zusätzlich dessen Echtheit. Mit dem dezenten Hinweis ,,Microtaggant-versiegelt" kann die Schwelle für Eigentumsdelikte oder Fälschungen höher angesetzt werden. Bisher wurde Microtaggant gegen Markenpiraterie vornehmlich in der Textil- industrie, wo ein einzelner Faden gekennzeichnet sein kann, bei Sportartikel- herstellem (PUMA), Arzneimitteln und unter anderem auch in der Druckindu- strie eingesetzt. In der Schweiz müssen alle im- und exportierten Sprengstoffe per Gesetz mit Microtaggant gekennzeichnet sein. Damit wird eine genaue Kontrolle der Vertriebswege und Einsatzzwecke, auch nach einer Sprengung oder Explosion, z. B. Attentat, möglich. Hochempfindliche CCD-Lesegeräte werden für den Zoll entwickelt, die zwar ihren Preis haben, doch in höchstens 2 Sekunden erkennen, ob und welcher Microtaggant-Code sich auf oder in einem Objekt verbirgt. Für den Einzelhan- del sollen Billiggeräte angeboten werden. Letztere dürften also auch für Uni- versitäten, Bibliotheken, Museen etc. geeignet sein, um, wenn auch nicht in 2 Sekunden, eine Eigentumsbestätigung der aus alten Büchern herausgeschnit- tenen Abbildungen, mutwillig vertauschter Videos, gestohlener Antiquaria oder eben einer Universitäts-Chipkarte abzugeben. An Universitäten oder größere Bibliotheken als Herausgeber dieser studenti- schen oder bibliothekarischen Chipkarten stellt sich nun die Frage, ob und/oder inwieweit sie dieses elektronische Dokument Chipkarte schützen möchten; mit aufwendigen Verfahren, wie u. a. in ABI-Technik beschrieben, oder, relativ preiswert mit Microtaggant, in die Laminate der Chipträger oder den Chip selbst ein- oder aufgebracht. BIBUOTHEKSDIENST31. Jg. (1997), H. 9 1 9 7 7
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