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Volume Heft 9

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 31.1997 (Rights reserved)

THEMEN _____________________________ Neue Medien Erläuterung und Bewertung der Online-Quellen durch die Bibliothek wären gefordert. Kann sie das überhaupt leisten? Angesichts solcher Überlegungen wurde die ekz in den letzten Monaten von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren aus kleinen und großen Bibliotheken und aus Fachstellen wiederholt aufgefordert, für den Internet-Bereich zu leisten, was für den Buch- und AV-Medien-Sektor eine Selbstverständlichkeit ist: Lektorierung. Aber... würde sie sich damit nicht ganz erheblich übernehmen? Fragen über Fragen. Sie führten zu den beiden ekz-Veranstaltungen Mitte Juli 1997. Brigitte Rüdiger (Deutsches Bibliotheksinstitut, Berlin) stellte am 15. Juli der- zeitige Hilfsmittel zur Erschließung des Internets dar. Dabei vergaß sie nicht die Suchmaschinen und die kommerziellen Dienste, schenkte aber vor allem bibliothekarischen Diensten Aufmerksamkeit. Als ganz besonders erhellend wurde der Blick ins Ausland empfunden. Aus kleinen Anfängen in einzelnen Bibliotheken haben sich dort vereinzelte, auch kommerziell erfolgreiche Dien- ste entwickelt - wie ARGUS in USA. Frank Daniel (Stadtbibliothek Köln) vertrat die These ,,Ein Lektoratsdienst fürs Internet ist sinnlos!" Die Netzgröße läßt jedes Unternehmen dieser Art schei- tern. Die ungeheure Dynamik des Netzes läßt eine Auswahl rapide veralten. Wie bald kann sich beispielsweise eine Internet-Adresse ändern. Und was ist mit Informationsquellen, die nicht gepflegt werden? Darüber hinaus folgt der Lektorierungs-Ansatz einem Besitz- und Bestands-Denken, während es beim Internet doch nur um die Herstellung des Zugangs geht. Schließlich gibt es auch effektive Suchmaschinen, nichtbibliothekarische Dienste und das Bre- mer BINE-Projekt. Statt sich aufs Auswählen zu kaprizieren, sollten die Biblio- theken sich um Internet-Schulungen kümmern. Cornelia Vonhof (Stadtbibliothek Göppingen) hingegen plädierte für: ,,Vielleicht kein Lektoratsdienst, aber... ein vergleichbares Etwas." Bibliotheken müssen - orientiert an ihren Zielen und ihren Zielgruppen - den Bürgern für die Inter- net-Recherche ein ,,Sprungbrett" bieten, ein Sprungbrett, das zum Erfolg führt. Dieses Sprungbrett kann nicht jede Bibliothek für sich schaffen, das wäre viel zu aufwendig. Nicht jede Bibliothek kann sich den ,,Internet- Bibliothekar" leisten. Kooperation der Bibliotheken auch bei der Internet- Sichtung sei dringend erforderlich. Erwünscht seien ,,Grundbestands-Links" für die Bibliotheken, die gerade mit dem Internet-Angebot beginnen, aber auch eine Ergänzung durch spezielle Angebote. Es solle dafür doch die fachli- che Kompetenz der Lektoratskooperation genutzt werden. Spontan stellte Prof. Dr. Horst Heidtmann ein Projekt an der Hochschule für Bibliotheks- und Informationswesen, Stuttgart, vor: ,,Multikids". Hier wird eine 1736 BIBLIOTHEKSDIENST 31. Jg. (1997), H. 9
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