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Volume Heft 1

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue31.1997 (Rights reserved)

THEMEN______________________________ Leihverkehr Bereits anhand dieser Auswertung wird die hohe Diversität der medizinischen Zeitschriftenbestellungen deutlich. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch ein Vergleich mit der 1994 analog durchgeführten Untersuchung. Das Titelmaterial unterschied sich bis auf wenige Ausnahmen völlig von den 1996 im Erfassungszeitraum bestellten medizinischen Zeitschriften. Welchen Benutzerkategorien sind die Besteller dieser extrem weit gestreuten Zeitschriftentitel zuzuordnen? Knapp 50 % der Bestellungen entfallen auf Forschung und Lehre innerhalb der Universität, 25 % auf Studenten sowie 15 % auf Privatbenutzer und In- dustrie. 12 % der Besteller konnten leider nicht näher identifiziert werden (vgl. Abb. 3). Untersucht man bei den am meisten gefragten Zeitschriftentiteln, welche Benutzerkategorie sich dahinter verbirgt, stößt man auf überraschende Er- gebnisse. Die Zeitschrift ,,Alcohol" verzeichnete zum Beispiel im Erfassungs- zeitraum 18 Bestellungen von nur einem einzigen Benutzer. 17 Bestellungen bezogen sich auf den Jahrgang 1987, eine Bestellung auf den Jahrgang 1990. Ansonsten ist dieser Titel im Erfassungszeitraum 1991 bis 1995 nicht ein ein- ziges Mal bestellt worden. Die Zeitschrift ,,Risk Analysis" wurde 15mal von einem kommerziellen For- schungsinstitut, 2mal von Psychologen der Universität sowie 1mal von einem Privatbenutzer bestellt. Seit Jahren taucht diese Zeitschrift in den Fünfjahres- statistiken auf. Allein 1995 ist ,,Risk Analysis" 106mal in der Fernleihe bestellt worden. Trotz dieser hohen Bestellfrequenz ist die Zeitschrift nicht zum Grundbedarf der Universität zu rechnen, wenn man berücksichtigt, daß auf den Hauptbesteller als außeruniversitäres, kommerzielles Unternehmen 80 % der Bestellungen entfallen. Bei dieser Bestellhäufigkeit ist allenfalls zu überle- gen, ob man die Zeitschrift vor Ort erwirbt, sofern dies finanziell möglich ist, um die Fernleihe zu entlasten. Dieses Beispiel macht aber auch deutlich, daß die preiswerten und komfortablen Fernleihmöglichkeiten der Universitätsbi- bliothek für einige Industrieunternehmen nach wie vor sehr attraktiv zu sein scheinen. Solange Fernleihbestellungen in Deutschland für nur 1,- DM abge- wickelt werden, gibt es nicht wenige Industrieunternehmen, die diese billige Möglichkeit der Literaturbeschaffung voll ausnutzen. Hier wird künftig ohnehin zu überlegen sein, ob man sich dieses indirekte Sponsoring der Privatindu- strie unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten noch leisten kann. 82 BIBLIOTHEKSDIENST 31. Jg. (1997), H. 1
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