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Volume Heft 7

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 31.1997 (Rights reserved)

Beruf __________________________________ THEMEN tik der Fachhochschule. Die Moderation eines Unbeteiligten hat sich positiv auf die gesamte Studienreform ausgewirkt, die streckenweise kontrovers und konfliktreich verlaufen ist. Gerade durch den auswärtigen Moderator gelang es immer wieder, bei allzu divergenten Meinungen zu konstruktiven und kon- sensualen Lösungen zu kommen, die im Fachbereichsrat dann auch mehr- heitsfähig waren. Zusätzlich wurden zu den neuen Studienschwerpunkten, von denen schon die Rede war, Arbeitsgruppen der hauptamtlich Lehrenden gebildet, die gemeinsam als Team Positionspapiere mit angestrebten Qualifi- kationen, Lernzielen, -inhalten und Unterrichtsmethoden erarbeiteten. Das praktizierte diskursive Verfahren der Reform war zeitaufwendig, konflik- treich und drohte noch kurz vor Verabschiedung der fertiggestellten Studien- und Prüfungsordnung zu scheitern, da einige Lehrende befürchteten, diese Studienreform gehe zu Lasten des neuen Studienganges Mediendokumenta- tion. Mit diesem Verfahren gelang es jedoch, die hauptamtlich Lehrenden weitge- hend an diesem Prozeß zu beteiligen und von der Mehrheit befürwortete Neuerungen einzuführen. Sie später mit wirklichem Leben und relevanten Inhalten zu füllen, vermag kein Ausschuß und keine noch so gut geschriebene Studienordnung, sondern nur die Lehrenden selbst. Daß dies notwendig war, brachten Studierende immer wieder zum Ausdruck.16' Auslöser für die Studienreform: Kritik der Studierenden Den Stein ins Rollen für diese Studienreform hatten die Studierenden selbst gebracht. Sie17) forderten schon seit langem eine grundlegende Revision des Grundstudiums, besonders des ersten Semesters. Das Grindelhof-Forum, eine Vortragsreihe zur Verbesserung der Lehre im Wintersemester 1993/94 brachte erste Impulse181: Berufsfelderkundungen sollten nicht nur während der Orientierungseinheit stattfinden, sondern auch während des ersten Seme- sters. Studierende höherer Semester wußten aus eigener Erfahrung, daß es notwendig ist, bereits zu Beginn des Studiums die eigenen wirklichkeitsfernen Berufsvorstellungen zu korrigieren. ,,Ich lese gern und arbeite gern mit Men- schen, und deswegen möchte ich Bibliothekarin werden!" oder ,,Ich wußte nicht, was ich sonst werden sollte!" sind typische Äußerungen von Studienan- fängerinnen. Die Vorstellungen vom bibliothekarischen Beruf sind auch in vielen Teilen der Öffentlichkeit unklar und entsprechen nicht der Realität. Bibliothekarinnen werden vorwiegend als Liebhaberinnen von Schöner Literatur gesehen. Wenn dies auch für die Anfänge des Berufes in Öffentlichen Bibliotheken zutraf, gilt dies keinesfalls heute mehr. BlBUOTHEKSDIENST 31. Jg. (1997), H. 7 1275
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