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Volume Heft 11

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 31.1997 (Rights reserved)

THEMEN ______________________________ Erwerbung ten die Überlegungen hinsichtlich Erwerbungsabstimmung und koordinierter Beschaffung im zweiten Schritt noch über den lokalen Rahmen hinausreichen. Angesichts eines rasch wachsenden, komplizierten Marktes werden Insellö- sungen immer seltener möglich sein. Zunehmend wird nicht mehr der tatsäch- lich vorhandene Bestand, sondern das Gesamtangebot aus physisch vorhan- denen und zugreifbaren Publikationen (virtueller Bestand) die Qualität einer Bibliothek ausmachen.15' Neben inhaltlichen und beschaffungspolitischen Gesichtspunkten spielen bei der Erwerbung von elektronischen Publikationen selbstverständlich immer auch die technischen Aspekte eine bedeutende Rolle. Eine inhaltlich hervor- ragende und in der Erwerbung relativ preiswerte CD-ROM leidet eben even- tuell darunter, daß zu ihrem Gebrauch eine höchst komplizierte, aufwendig zu pflegende Software erforderlich ist. Der Abschluß eines günstigen Vertrages mit einem Datenanbieter geht bei mangelnder Betriebs- und Zugriffssicherheit ebenso fehl. Da elektronische Publikationen häufig nicht als Eigentum erwor- ben werden und im Prinzip vielfältige Nutzungsmöglichkeiten bieten, erhalten zusätzlich neue rechtliche Probleme Gewicht. Zu restriktive Nutzungsbedin- gungen können etwa ein sonst attraktives Angebot wesentlich entwerten.161 Bestandsevaluierung Bei bereits erworbenen elektronischen Medien sollte die Richtigkeit der einmal getroffenen Entscheidung durch eine regelmäßige Evaluierung überprüft wer- den. Fällt das Ergebnis ungünstig aus, wäre das Angebot durch eine Verringe- rung der Nutzungslizenzen zu beschneiden bzw. ganz einzustellen. Bei der Wirtschaftlichkeitsüberprüfung einer Datenbank ist der Nutzungsgrad sicher der wichtigste, aber wohl nicht der einzige Wertfaktor, zumal die zentrale Frage, welche Nutzungszahl eigentlich befriedigend ist, bislang keineswegs einheitlich beantwortet wird.171 Eine zusätzliche Umrechnung der Zahl der Aufrufe auf die Erwerbungskosten, d. h. die Ermittlung von Kosten pro Daten- bankaufruf, ergibt auch noch kein hinreichendes Bild. Über die Nutzung hin- aus ist vielmehr erneut der erforderliche Handlingsaufwand mitzubetrachten, der nun auf Grund konkret vorliegender Erfahrungen mit Installation, Updates oder Fehlerbereinigung sogar genauer fixiert werden kann. Bei gut genutzten, aber sehr pflegeintensiven Datenbanken auf eigenem Server sollte im Grunde immer nach attraktiven Alternativen gesucht werden. In Nutzungsstatistiken prinzipiell mitzuerfassen sind die Durchschnittsdauer des einzelnen Aufrufs je Datenbank und möglichst auch die angewandten Suchstrategien. Erlauben doch diese Fakten wieder gewisse Rückschlüsse auf die inhaltliche Qualität und die Benutzerfreundlichkeit der entsprechenden Publikation. Beide Aspek- te können vor dem praktischen Einsatz des Mediums evtl. falsch eingeschätzt 1112 BIBLIOTHEKSDIENST 31. Jg. (1997), H. 6
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