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Volume Heft 6

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 31.1997 (Rights reserved)

THEMEN ______________________________ Erwerbung d. h. Bestandsaufbau und -evaluierung, zu konzentrieren. Die Reorganisation des Geschäftsgangs soll den nächsten Schritt bilden. Hat das Problem eines methodisch fundierten Bestandsaufbaus in Deutsch- land bislang schon im konventionellen Bereich zu wenig Beachtung gefunden, so liegen für den weit komplexeren Fall der elektronischen Medien noch we- niger Lösungsansätze vor. Eine zusammenfassende Betrachtung ist über- haupt nicht in Sicht und wird angesichts der Vielzahl von relevanten Aspekten wohl auch nur sukzessive erreicht werden können.71 Einer gewissen Wert- schätzung erfreut sich momentan das Teilgebiet der Bestandsevaluierung. Speziell für elektronische Medien gibt es allerdings ebenfalls noch keine weg- weisenden Arbeiten.8' Infolge der mangelnden theoretischen Vorbereitung beinahe zwangsläufig, war der CD-ROM-Bestand der Universitätsbibliotheken zumindest noch Anfang der 90er Jahre durch ,,ein erstaunlich heterogenes Bild" bestimmt. Einer Rundfrage zufolge, gab es neben den absolut unumstrit- tenen Spitzentiteln wie Medline oder Wiso nur wenige große Datenbanken, die mehr als einmal installiert worden waren. An manchen Standorten schien es zugleich ,,eine regelrechte Sammelleidenschaft von vor allem kostengünstigen CD-ROMs gegeben zu haben". Selbst geringe Nutzungszahlen veranlaßten nicht immer dazu, ,,über die Angebotsstruktur nachzudenken".9' Bestandsaufbau Wie bei den konventionellen Medien sollte die Erwerbung von elektronischen Publikationen zunächst auf einem gesicherten Gesamtprofil der Bibliothek basieren. Darin ist zu klären, welchen Ansprüchen die Bibliothek nach Bedeu- tung und Aufgabenstellung gerecht werden muß, wo ggf. Schwerpunkte ge- setzt und welche Bereiche als nachrangig betrachtet werden. So gilt etwa im Falle der Universitätsbibliothek Heidelberg, daß sich das Haus weitgehend auf wissenschaftsrelevante Werke beschränkt und die zahllosen ,,populärwissen- schaftlichen Datenbanken" auf CD-ROM außer Acht läßt. Genauso unbestrit- ten ist, daß die Zentralbibliothek stets längerfristige Forschungs- und Ausbil- dungstitel bevorzugt, während für den Bedarf an speziellen und tagesaktuel- len Werken vornehmlich die Heidelberger Institute zuständig sind. Je nach örtlichen Verhältnissen und finanziellen Möglichkeiten sind weitere Grundsatz- entscheidungen denkbar (z. B. Schwerpunkt auf Geisteswissenschaften bzw. Naturwissenschaften, Verzicht selbst auf die Grundversorgung in einem Fach zu Lasten einer leistungsfähigen Bereichs- oder Nachbarbibliothek, generelle Priorität für Referenzdatenbanken gegenüber Volltextdatenbanken). Abgesehen von derlei Rahmenvorgaben ist jeder relevante Einzelfall durch ein dichtes Netz von objektiven, konstanten Entscheidungsparametem sorgfältig zu prüfen. Dabei muß beachtet werden, daß für unterschiedliche Wissen- 1110 BlBUOTHEKSDIENST 31. Jg. (1997), H. 6
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