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Volume Heft 6

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 31.1997 (Rights reserved)

Erwerbung _______________________________ THEMEN 1.2 Die Lieferanten Ich beklagte mich unlängst bei der früheren Mitarbeiterin eines großen Library Suppliers über die mangelnde kaufmännische Qualifikation von Erwerbungsbi- bliothekaren. Sie meinte darauf, sie fände die Bibliothekare richtig nett. Es seien Leute, die nicht genügend Ellenbogen hätten, um sich in der freien Wirtschaft zu behaupten. Genau dies müssen wir aber tun, so professionell wie möglich. Unsere direkten Partner sind die Händler. Die Wahl des Bezugsweges be- stimmt über die Kosten, die wir für die Produkte zu zahlen haben. Der End- preis ist in vielen Fällen nicht mit dem vom Produzenten festgelegten Ver- kaufspreis identisch. Bei den Lieferanten ist grundsätzlich zu unterscheiden zwischen dem traditio- nellen Buchhandel mit Ladengeschäft und Lager und spezialisierten Biblio- thekslieferanten, die Versandbuchhändler sind. Es ist immer noch üblich, die inländische Produktion beim Händler am Ort zu kaufen, aber es besteht dafür keine Notwendigkeit. Der klassische Buchhändler steht in Konkurrenz zum Library Supplier. Er kann diesen Wettbewerb auf Dauer nur bestehen, wenn er die gleiche oder eine bessere Leistung genau so kostengünstig erbringt. Da für den Ladenbetrieb eine völlig andere Logistik und Persona.lqualifikation benötigt werden als für den Rechnungsverkauf, müssen die verschiedenen Betriebszweige getrennt werden, um effizient und leistungsorientiert zu arbei- ten. Es ist eine unternehmerische Entscheidung, diesen Weg zu gehen und er lohnt sich nur, wenn der Umsatz es rechtfertigt. Zu den Library Suppliern gehören eine Handvoll bekannter Namen, aber auch etliche kleinere Firmen, die sich recht gut auf dem Markt behaupten, und Spezialisten, die Literatur aus buchhändlerisch wenig erschlossenen Regio- nen besorgen. Abhängig vom Firmensitz, der Leistungsfähigkeit des Händlers und dem Um- satzvolumen entstehen vor allem beim Bezug ausländischer Literatur unter- schiedliche Kosten. Die Kostenfaktoren sind mehr oder weniger beeinflußbar: 1. Inlandspreis: In den Genuß des Inlandspreises kommt eine Bibliothek vor allem, wenn sie direkt bei einem Händler im Herstellungsland einkauft. Bei der anglo- amerikanischen Produktion gilt als Leitlinie, daß die Bücher im allgemeinen in USA preiswerter sind. Das trifft nicht immer zu. Es empfiehlt sich daher, einen Lieferanten zu wählen, der sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Großbritannien einen Firmensitz hat und ihn mit der Steuerung der Bestellungen (Order Splitting) zu beauftragen. Da beim Zeitschriftenbezug der Direktversand vom Verlag zum Endabnehmer üblich ist, sind die höhe- ren Exportpreise nur vermeidbar, wenn die Hefte an eine Agentur im Ver- sendungsland adressiert und Verzugszeiten in Kauf genommen werden. BIBLIOTHEKSDIENST 31. Jg. (1997), H. 6 1 0 1 1
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