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Volume Heft 6

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 31.1997 (Rights reserved)

Erwerbung _______________________________ THEMEN Entscheidend für die Kalkulation sind jedoch häufig Zuschüsse, beispielswei- se von der Deutschen Forschungsgemeinschaft oder ähnlichen Einrichtungen. Es gibt Verlage, die ihre Produktion im Vorankündigungsdienst der Deutschen Nationalbibliographie grundsätzlich ohne Preisangaben anzeigen, weil sie zum Zeitpunkt des Eintrags noch nicht sicher sind, ob die beantragten Zuschüsse bewilligt werden oder nicht. Das Ausbleiben von Fördermitteln kann den Buchpreis spürbar in die Höhe treiben oder das Erscheinen ganz verhindern. Häufig haben Bücher nicht nur einen Preis, sondern mehrere. Das geographi- sche Preissplitting ist immer noch üblich. Es bedeutet, daß ein Inlandspreis und ein Exportpreis festgelegt werden, die erheblich voneinander abweichen können. Gravierend sind auch die Unterschiede zwischen der gebundenen und der Paperbackausgabe. Für den Differenzbetrag könnte ein Bibliotheks- buchbinder broschierte Ausgaben oft zweimal binden. Basis für Preisvergleiche und die Beobachtung der Preisentwicklung kann nur der Originallistenpreis sein - aber welcher, wenn es Parallelausgaben und mehrere Preise für den gleichen Titel gibt? Bei einer Recherche in Global Books in Print oder ähnlichen Quellen läßt sich leicht feststellen, ob die ameri- kanische oder die englische Parallelausgabe preiswerter ist und ob Paper- backausgaben angeboten werden. Zu welchem Endpreis die Titel schließlich erworben werden können, hängt jedoch vom Bezugsweg ab. Es läßt sich eine Tendenz beobachten, daß der durchschnittliche Umfang der Bücher geringer wird. Dies mag einer der Gründe dafür sein, daß die Preise für die wissenschaftliche Buchproduktion in den letzten Jahren nur moderat gestiegen sind. Das gilt nicht für die Zeitschriften, die in Deutschland 1996 um 7,5 % teurer waren als im Vorjahr, in USA, Großbritannien und den Niederlan- den um etwa 10 %. Am gravierendsten war der Preisanstieg in der Medizin und in den Naturwissenschaften. Die Kalkulation von Zeitschriftenpreisen hängt zu einem großen Teil von An- zeigeneinnahmen ab. Im Gegensatz zu Büchern spielen Autorenhonorare auf der Ausgabenseite kaum eine Rolle. Bei den Abonnementpreisen ist auch in Deutschland ein starker Trend zu erkennen, den Nutzungsaspekt in den Vor- dergrund zu stellen. Daraus ergibt sich die in USA seit langem übliche Atomi- sierung der Preise nach · Beziehergruppen (Institutionen, Bibliotheken, private Bezieher usw.), · Bezugsperioden (Jahresabonnement, Mehrjahresabonnement, Einzelhefte...), · Art des Mediums (Papierausgabe, Mikroform, elektronische Ausgabe ...), · Bezugsarten (Einzelbezug oder Kombination verschiedener Medien oder Titel), · Bezugsregionen, · Versandarten. BIBLIOTHEKSDIENST 31. Jg. (1997), H. 6 1 9 0 9
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