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Volume Heft 1

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 31.1997 (Rights reserved)

THEMEN_____________________________ Erschließung standteile des homonymen Schlagwortes relationiert und bei der Treffer- mengenbildung berücksichtigt wurden. Es darf vermutet werden, daß ein erneuter Indexierungslauf mit zugeschalteter Mehrworterkennung eine qualitative Verbesserung der Ergebnisse mit sich bringen würde. 2. Die Spracherkennung der Titel als Vorbereitung zur Indexierung weist noch Schwächen auf, wodurch einige Titel nicht indexiert wurden. Es ist eine Verbesserung des Spracherkennungsalgorithmus anzustreben. 3. Abkürzungen im Zusatz zum Hauptsachtitel bereiten Probleme (z.B. georg. von georgisch). Hierbei wird in allen Datensätzen, in denen der Vorname Georg enthalten ist, auf ,,Georgien" relationiert). 4. Es gibt Probleme mit Sachtiteln, die aufgrund ihrer Sprach- und Wortwahl für eine maschinelle Indexierung nicht geeignet sind. Selbst der hier durchgeführte Retrievaltest mit knapp 190.000 Dokumenten erlaubt aber noch nicht die Ableitung präziser Folgerungen. 5. Die zweiseitige Berücksichtigung der Synonym-Relation der SWD, d.h. die Indexierung auch mit Nicht-Ansetzungsformen für den Benutzerzugriff, führte zu unverhältnismäßig vielen 'falschen' Indexierungsergebnissen. Diese Problemstellung ist besser durch eine Aufgabenverteilung doku- mentspezifisches Indexierungsvokabular auf der einen Seite und benutzer- bezogenes Suchvokabular auf der anderen Seite zu lösen. Maschinelle Indexierung kann nicht alle Eigenschaften aufweisen, die einer differenzierten Inhaltsanalyse und nachfolgenden intellektuellen Indexierung eigen sind und bedarf sicher noch der Verbesserung. Betrachtet man allein die Retrievalsituation, so kann festgehalten werden: Eine die intellektuelle Indexierung unterstützende maschinelle Indexierung muß so lange für das Retrieval einer reinen intellektuellen Indexierung als überlegen betrachtet werden, wie nicht Retrievalsysteme angeboten werden, die aufbauend auf der intellektuellen Indexierung gleich gute Retrievaleigenschaften besitzen. Be- kanntermaßen kranken die heute verbreiteten Retrievalumgebungen sowohl häufig daran, daß die Zerschlagung von RSWK-Schlagwörtern Mehrdeutig- keiten im Suchvokabular erzeugt (man vergleiche beispielsweise die im Test ermittelte Präzision von 0,95 für die verstichworteten RSWK-Ketten) als auch daran, daß die semantische Struktur des normierten Vokabulars nicht für Suchabläufe genutzt werden kann (dies erklärt die vergleichsweise niedrige Zahl der relevanten Treffer bei Suchen mit verstichworteten RSWK-Ketten). Welcher der beiden Ansätze zum Aufbau befriedigender Retrievalsysteme den höheren Ressourceneinsatz erfordert, muß durch andere Untersuchungen geklärt werden. Insofern kann nur empfohlen werden, die im MILOS Il-Projekt entwickelte Methode zur maschinellen Indexierung für bibliographische Daten auf andere 66 BIBLIOTHEKSDIENST 31. Jg. (1997), H. 1
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