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Volume Heft 5

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 31.1997 (Rights reserved)

THEMEN ______________________________ Ausland den Volksschulen und mit ihnen Schulbibliotheken. Ihre Entwicklung wurde Ende des 19. Jahrhunderts und um die Jahrhundertwende gefördert, was zum einen auf die ökonomische Entwicklung Rußlands und zum anderen auf Initia- tiven pädagogischer Kreise zurückzuführen war. Bei allen weiteren Reformen und Veränderungen des Bildungssystems in Rußland bzw. in der Sowjetunion hatten und haben bis heute die Schulbibliotheken ihren festen Platz. Zu ihren Verdiensten zählt sicher, daß sie zur Beseitigung des Analphabetentums we- sentlich beigetragen haben. Bücher wurden auf diesem Wege allen zugäng- lich, was insbesondere bei der Überwindung der Rückständigkeit auf dem Lande eine wesentliche Rolle gespielt hat. Sie sollten Leselust wecken und fördern, worauf sich die Lust am Lesen aber zu richten hatte, war vorgegeben. Die Literatur in den Schulbibliotheken - Kinderbücher, Lehrbücher, Belletristik Sammelbände mit Auszügen aus schöngeistiger Literatur - orientierte sich an politischen und ideologischen Zielstellungen der sowjetischen Staatspolitik. Im Zuge der bereits erwähnten Strukturreform des sowjetischen Bibliotheks- wesens wurden wissenschaftlich-methodische Räte des Bibliothekswesens gebildet. Gegenüber den Schulbibliotheken wurden diese Aufgaben von der Ushinskij-Bibliothek in Moskau wahrgenommen. Das war in Anbetracht der landesweit ca. 120.000 Schulbibliotheken im Bereich des sowjetischen Bil- dungsministeriums ein umfassendes Betätigungsfeld. Heute bestehen in Rußland noch etwa 65.000 Schulbibliotheken.241 Im Bereich der außerschulischen Bildung vollziehen sich gegenwärtig große Veränderun- gen. 1989 wurde ihre Zahl mit 5.098 angegeben. Etwa 600 dieser Einrichtun- gen haben ebenfalls große Bibliotheken. Die fachlich-methodische Betreuung aller dieser Bibliotheken obliegt auch heute noch der Ushinskij-Bibliothek. Diese Aufgabe geht auf eine Verordnung der Russischen Akademie für Bil- dung zurück, den Schulbibliotheken, Bibliotheken in außerschulischen Einrich- tungen, an pädagogischen Fach- und Hochschulen, an Lehrerweiterbildungs- einrichtungen, Bibliotheken in Verwaltungsbereichen des Bildungswesens sowie erziehungswissenschaftlichen Forschungseinrichtungen weiterhin bera- tende und wissenschaftlich-methodische Hilfe zuteil werden zu lassen. Bei den außerschulischen Einrichtungen handelt es sich größtenteils um die ehe- maligen Häuser für Pioniere und Schüler, die Stationen der Jungen Techniker und Naturforscher. Sie haben heute den Status von Stätten für ergänzende Bildung und sind im eigentlichen Sinne Freizeitzentren für Kinder und Jugend- liche auf Stadt- und Gebietsebene in überwiegend staatlicher und teilweise freier Trägerschaft. Ihnen ist auf Grund der Bildungsreform und der im Bil- dungsgesetz verankerten Orientierung, die Einzelpersönlichkeit zu fördern, eine wesentliche Aufgabe im Rahmen des lebenslangen Lernens zuteil ge- worden. Allerdings können längst nicht mehr alle Angebote unentgeltlich wahrgenommen werden.251 In der Beurteilung der Funktionen und Möglichkei- 798 BIBLIOTHEKSDIENST 31. Jg. (1997), H. 5
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