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Volume Heft 1

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue31.1997 (Rights reserved)

Betriebsorganisation _________________________ THEMEN Die Lieferbereitschaft von Dokumentlieferanten im Fokus Martin Karlowitsch 1. Ausgangssituation und Ziel der Untersuchung Das Angebot der elektronischen Bestellung bei kostenpflichtigen Dokument- lieferanten11 tritt - forciert durch den Einsatz moderner Kommunikationstech- nologien - verstärkt neben die konventionelle Fernleihe,21 die lange Zeit den einzigen Weg der Beschaffung von in Bibliotheken lokal nicht verfügbarer Literatur darstellte. Bevor die Möglichkeiten und Grenzen der Einbindung derartiger Wege der Literaturbeschaffung in den bibliothekarischen Alltag diskutiert werden können,31 ist es sinnvoll, sich ein Bild über die Lieferbereit- schaft der neuen Anbieter zu machen, um zu prüfen, ob diese halten, was sie versprechen.41 Hierbei soll insbesondere die passive Fernleihe fokussiert wer- den, da die über diesen Weg ausgedrückten Literaturwünsche eventuell auch über elektronische Bestellvorgänge befriedigt werden könnten. Der skizzierten Fragestellung liegt die These zugrunde, daß sich - dem Postu- lat der Wirtschaftlichkeit51 folgend - rein kommerzielle Anbieter darauf be- schränken werden, ,,Standardtitel" vorzuhalten, die ein hinreichend großes Nachfragepotential vorweisen. Gängigen bibliothekarischen Erfahrungen fol- gend, daß ein hoher Prozentsatz der Fernleihbestellungen als Literaturwün- sche auf Spezial- bzw. Sondergebieten zu charakterisieren ist, wäre somit die Lieferbereitschaft der rein kommerziellen Dokumentlieferanten mit elektroni- schen Bestellmöglichkeiten und somit auch deren Einsatzmöglichkeit zur Fernleihunterstützung eingeschränkt. Außerdem muß skeptisch vermutet werden, daß bei der elektronischen Bestellung innerhalb von Bibliotheksko- operationen in Deutschland seltener nachgewiesene Titel auch in Form der neuen Angebote nur schwer zu beschaffen sind. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, daß viele Dokumentlieferanten mit elektronischer Bestell- möglichkeit ihr Angebot auf Zeitschriftenartikel beschränken und daß gleich- zeitig aber z. B. in der ULB Düsseldorf der Monographienanteil an der passi- ven Fernleihe in der Vergangenheit bei ca. 45 % per annum lag. Weiterhin gilt es zu beachten, daß die Vielzahl der Dokumentlieferanten mit elektronischer Bestellung geprägt ist von stark differenzierten Recherche- und Bestellvorgängen,61 die vom Besteller jeweils erlernt und beherrscht werden müssen. Je mehr neuartige Vorgänge in bestehende Abläufe integriert wer- den, desto stärker werden die Umstellungsprobleme sein, wodurch die Effizi- enz des neuen Angebotes beeinträchtigt wird. Somit ist eine Auswahl und BIBLIOTHEKSDIENST 31. Jg. (1997), H. 1 47
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