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Volume Heft 11

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue31.1997 (Rights reserved)

Zielgruppen ______________________________ THEMEN Die schon in der Studie von 1993 festgestellten geschlechtsspezifischen Un- terschiede hinsichtlich der Freizeitaktivitäten zeigen sich auch in den Ergeb- nissen von 1996. Das Treffen mit Freunden (HH: 80,0 %; HRO 69,1 %) und der Sport (HH 65,1 %; HRO 55,2 %) sind für die befragten Jungen die liebsten Freizeitbeschäftigungen. Rang 3 der Freizeitbeschäftigungen der Jungen di- vergiert im Vergleich zwischen Hamburg und Rostock. Während für die männ- lichen Hamburger Jugendlichen das Musikhören an dritter Stelle steht, ist es bei den Rostocker Jungen das Spielen mit dem Computer. Die Mädchen bevorzugen in ihrer Freizeit das Treffen mit ihren Freundinnen bzw. Freunden (HH 83,5 %; HRO 90,6 %), nennen an zweiter Stelle das Musikhören (HH 73,5 %; HRO 68,5 %) und geben an dritter Stelle das Fernsehen (HH 31,8 %; HRO 41,4 %) an. Wie schon in der Studie von 1993 aufgezeigt, nimmt auch 1996 das Lesen für die Mädchen einen höheren Stellenwert als bei den Jungen ein. Zusammenfassend zeigt sich folgendes Ergebnis. Während soziale und kom- munikative Peer-Aktivitäten der Jugendlichen an Bedeutung zunehmen, nimmt die subjektive Wertschätzung von Medientätigkeiten durch die Konkur- renz der verschiedenen Medien untereinander und durch die Normalisierung früher noch aufregend neuer Medienangebote ab. Aus diesen Gründen tritt augenscheinlich auch das Lesen als 'Lieblingsbeschäftigung' zurück, obgleich diese Zahlen noch nichts über die tatsächlichen Lesegewohnheiten aussagen. Die Bibliothek als ,,wichtigster Freizeitort" mit 4,1 % der Nennungen ein fester Bestandteil der Freizeitgestaltung der vieler Jugendlichen. Wie schon in der Studie von 1993 hat die Bibliothek als Freizeitort auch in dieser Untersuchung für die Mädchen eine größere Bedeutung als für die Jungen (Mädchen 4,5 %; Jungen 3,5 %). Die überwiegende Mehrheit der befragten Jugendlichen hat in den letzten 12 Monaten mindestens einmal eine Bibliothek besucht. In beiden Orten liegt der Anteil höher als in der ersten Befragung 1993 (Hamburg 94,8 % vs. 89,6 %; Rostock 89,0 % vs. 72,2 %). Das Nutzungsprofil der beiden Projekt-Bibliotheken unterscheidet sich sehr stark. Die außergewöhnlich häufige Nutzung der Bibliothek in Mümmelmanns- berg ist durch die räumliche Angliederung an die Schule begründet. Die Bi- bliothek hat dadurch stärker den Charakter eines Aufenthaltsortes, der auch z. B. in Freistunden gern genutzt wird. Die Dierkower Bibliothek weist dage- gen ein typischeres Nutzungsmuster für Bibliotheken auf. Für beide Bibliothe- ken wird deutlich, daß sie von den Jugendlichen keineswegs nur für die Aus- leihe genutzt werden, sondern in deutlichem höherem Maß für Aktivitäten in der Bibliothek selbst. In den Projektbibliotheken aktiv mitgearbeitet haben nach eigenen Angaben in Mümmelmannsberg 15 Jugendliche, in Dierkow 29 Jugendliche. Das ent- spricht 4,8 % bzw. 11,4 % der jugendlichen Besucher der Projektbibliothe- BlBLIOTHEKSDIENST 31. Jg. (1997), H. 4 661
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