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Volume Heft 1

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue31.1997 (Rights reserved)

THEMEN_______________________________ Beruf ist, die viele Interessen vertritt, ist für das Projekt ,,Offenes Lernen in öffentli- chen Bibliotheken" verantwortlich und entwickelt Qualitätsstandards für die entsprechenden Produkte. In ganz Europa fand die ODIN-Studie der Europäischen Kommission (Brophy 1995) eine komplexe und vielseitige Szene für das Offene Lernen und die Fernuniversitäten vor, kam aber zu dem Schluß, daß Öffentliche Bibliotheken eine größere Rolle spielen könnten. Diese Entwickungen sind nicht problemlos. Ohne gute pädagogische Führung vor Auswahl eines Kurses und ohne Zugang zu pädagogischen Hilfen durch Mentoren und Tutoren sowie ohne praktische Form der Bewertung kann das Offene Lernen ,,FoFo" sein (ich will diesen groben englischen Ausdruck nicht übersetzen, der meint, die Studenten sollen das selber herausfinden). Noch beunruhigender ist die unkontrollierte Form vieler Materialien für das Offene Lernen. Offenes Lernen ist ambivalent. Einerseits erlauben die Materialien und die persönliche Unterstützung des Lemprogramms dem Lernenden, sich dem Gegenstand von vielen Seiten zu nähern, ja sogar die Zielsetzung zu ändern. Andererseits kann es überstrukturiert und zu abhängig von einer kompetenten stetigen Überprüfung sein, so daß wenig Raum für eigene Experimente bleibt (McNay, 1994). Die erste Methode gleicht der Bibliotheksbenutzung. Die letz- tere benötigt keine Bibliothek. Selbst zu lernen war immer viel gebräuchlicher als uns bewußt ist. Sogar in der formalen Ausbildung lernen die Studenten wahrscheinlich genausoviel voneinander als von ihren Tutoren. Wir wissen, daß sogar akademische Bibliotheken für den Eigenbedarf genutzt werden und nicht nur wegen der empfohlenen Literatur. Gelegenheiten für das Selbst- lernen wachsen stetig durch den ökonomischen Druck auf Ausbildungsinsti- tutionen und durch die Möglichkeiten der neuen Technologie. Das .ELINOR- Projekt der De Montfort-Universität in Leicester experimentiert mit Texten in elektronischer Form, die den Studenten aus der Feme zugänglich sind. Das erlaubt ihnen, Text und Ideen in einer hochkomplexen Form zu suchen und zu vergleichen (Zhao, 1994). Falls sie denken, das Vereinigte Königreich habe jetzt zu innovativen Ausbil- dungsformen gefunden, sollten sie sich vor Augen halten, daß zur Zeit eine heiße Debatte über die Verdienste der traditionellen Lehrmethoden, im Ge- gensatz zu informellen oder modernen Lehrmethoden stattfindet. Man zeigte uns kürzlich das Beispiel, wie die asiatische Nation erfolgreich gebildete und effektive Arbeiter durch eine disziplinierte Schulbildung erzogen hat. Anderer- seits ist der Respekt der Bevölkerung für Ausbildung und der bedeutende Anteil der öffentlichen Ausgaben für die Ausbildung ungleich höher als bei uns und erklärt zum großen Teil die Unterschiede beider Länder. Die Erfolge des flexiblen und selbstbestimmten Lernens werden übersehen. Wie ein asiati- 42 BIBLIOTHEKSDIENST 31. Jg. (1997), H. 1
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