Path:
Volume Heft 3

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue31.1997 (Rights reserved)

Bestandserhaltung __________________________ THEMEN darin, daß er nur sequentiell gelesen werden kann und dabei an der Ober- fläche (Emulsion) zunehmend zerkratzt wird, so daß man gezwungen ist, einen Mutterfilm herzustellen, von dem, abhängig von der Intensität der Benutzung, Tochterfilme zum Lesen zu kopieren sind. Manche Zeitungspapiere sind aber bereits soweit zerstört, daß sie nicht mehr ohne weiteren Schaden kopiert werden können. Auf Erfahrungen der Szé- chényi-Nationalbibliothek in Budapest aufbauend haben wir deshalb seit 1982 begonnen, solche Zeitungen mittels Preßdruck und Wärmeeinwirkung zu la- minieren. Eine Stabilisierung dieser Papiere hätte sonst allein durch restaura- torische Maßnahmen erreicht werden können, wie es das Papierspalten mit anschließendem Einleimen eines neuen Papierkernes vermag, doch wäre dieses Vorgehen in Halle nur rein manuell möglich gewesen und hätte keine der vorhandenen Schadensquantität angemessene Produktivität erlaubt. An- dererseits soll nicht verschwiegen werden, daß wir über die Haltbarkeit der zum Einsatz kommenden Polyethylenfolien (PE) keine exakten Aussagen machen können und daß außerdem diese Folien keinen Leim annehmen, so daß die einzelnen laminierten Zeitungsblätter nicht gebunden werden können. Diese hier nur kurz skizzierte Situation führte zu der Überlegung, Zeitungen durch Digitalisieren zu konservieren. In der bisherigen Diskussion über das Konservieren von Bibliotheksgut hat diese Methode kaum eine Rolle gespielt, weil man offensichtlich kein Zutrauen zu den Digitalspeichern hat, obwohl an- dererseits sehr umfangreiche Bibliothekskataloge auf diesen Medien im Netz angeboten und bewahrt werden. Auch das ständige Umkopieren der Kata- logdaten war kein Hinderungsgrund für dieses Vorgehen bei der Biblio- theksautomation. Es ist auch erstaunlich, daß sich die Deutsche Forschungs- gemeinschaft bisher nicht entschließen konnte, das Konservieren von Biblio- theksgut mittels Scanning zumindest im Versuch zu fördern. Da in Halle die großformatige Zeitung im Vordergrund der Konservierungsbe- strebungen steht, mußte ein Gerät gefunden werden, das sowohl solche Formate scannen kann als auch ein bequemes Handling der schweren Zei- tungsbände beim Kopieren gestattet. Ausgewählt wurde deshalb der Buch- scanner der Firma Zeutschel, der das Scannen des Formates A 2 erlaubt. Die Aufnahmewippe des Gerätes entsprach jedoch nicht unseren Anforderungen und wurde deshalb vom Hersteller nach unseren Wünschen umgebaut. Seit Beginn des Jahres 1996 haben wir das Konservieren mittels Scanning gete- stet und sind seit dem letzten Quartal dieses Jahres zur Serienproduktion übergegangen, nachdem die zu beschreibenden Voraussetzungen dafür geschaffen worden waren. Von vornherein war daran gedacht, die gescannten Daten von der Festplatte des PC, der die Digitalisierung steuert, auf eine CD-ROM umzusetzen und BIBLIOTHEKSDIENST 31. Jg. (1997), H. 3 411
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.