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Volume Heft 3

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 31.1997 (Rights reserved)

THEMEN ________________________________ Beruf schaff, Jura) bis zum Einsatz des Computers beim Schreiben.4' Von Werder prognostiziert, daß schon bald auf bestimmte Berufe zugeschnittene kreative Schreibkurse auch an deutschen Universitäten und Fachhochschulen angebo- ten werden. Die Zeitschrift ,,HDZ Info. Informationen des Hochschuldidaktischen Zentrums an der Alice-Salomon-Fachhochschule Berlin" berichtet bisher überwiegend über vom HDZ durchgeführte Umfragen, bei denen nahezu einhellig alle be- fragten Berufsgruppen einen großen Bedarf an berufsorientierten Schreibkur- sen artikulieren. Die Mitglieder akademischer Berufsverbände etwa sind der Auffassung, daß mindestens 20 % der gesamten Arbeitszeit von Akademikern mit Schreiben ausgefüllt sind, Schreibkompetenz also sehr wichtig ist. Eine auf Berlin begrenzte Umfrage bei sozialen Einrichtungen kam zu dem Ergeb- nis, daß ca. 30 % der gesamten Arbeitszeit in diesem Bereich auf Schreiben verwandt werden. Als Textsorten, die vorkommen, wurden genannt: Berichte, Anträge, Protokolle, Aktenvermerke und die Bearbeitung verschiedener For- mulare. 2. Berufsorientiertes Schreiben: Ein Pilotprojekt des Fachbereichs Ar- chiv-Bibliothek-Dokumentation und des Modellstudiengangs Kulturarbeit der Fachhochschule Potsdam Die 1991 gegründete Fachhochschule Potsdam hat derzeit fünf Fachbereiche und einen Modellstudiengang. Die Fachbereiche Sozialwesen, Architektur, Bau- ingenieurwesen, Design und Archiv-Bibliothek-Dokumentation und der seit 1995 existierende Modellstudiengang Kulturarbeit sind gehalten, fachbereichsüber- greifende Veranstaltungen anzubieten, damit die Studierenden frühzeitig ver- netztes Denken lernen. Sowohl der Fachbereich Archiv-Bibliothek-Dokumen- tation als auch der Modellstudiengang Kulturarbeit bieten bereits im Grundstu- dium eine zweistündige Pflichtveranstaltung zur Erlangung von Sprech- und Redekompetenz an, so daß es nahelag, ergänzend eine Übung zur Vermittlung von Sprach- und Schreibkompetenz zu konzipieren. Die beiden Dozentinnen, Prof. Ellen Lissek-Schütz (Modellstudiengang Kulturarbeit) und Prof. Dr. Dagmar Jank (Fachbereich Archiv-Bibliothek-Dokumentation) verständigten sich auf folgende wichtige Textsorten: Abstract, Protokoll, Geleitwort und Vorwort (eines Ausstellungskatalogs), Thesenpapier, Geschäftsbrief, Spendenwerbebrief, Pres- semitteilung, Buchbesprechung. Die Studierenden sollten lernen, daß man Sprach- und Stilgefühl durch regelmäßiges Schreibtraining verbessern kann, wenn man weiß, was beim Schreiben einzelner Textsorten zu beachten ist, wenn man bereit ist, seine eigenen Texte kritisch zu lesen oder sich von ändern redi- gieren zu lassen und wenn man fremde Texte sorgfältig liest und genau analy- siert. 386 BIBLIOTHEKSDIENST 31. Jg. (1997), H. 3
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