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Volume Heft 12

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 31.1997 (Rights reserved)

THEMEN _____________________________ Institutionen Mit Blick auf die Arbeitsweise des DBI gilt generell, daß das Institut zu wenig abteilungsübergreifend und projektbezogen arbeitet. Hinsichtlich seiner Priori- tätensetzung konzentriert sich das DBI nicht in ausreichendem Maße auf die aus gesamtstaatlicher Sicht bedeutsamen Initiativen für das deutsche Biblio- thekswesen. Die Kooperationsbeziehungen, die das DBI zu den mittel- und osteuropäi- schen Staaten aufgebaut hat, sind vielfältig und intensiv. Eine Zusammenar- beit mit denjenigen Institutionen in Westeuropa und den USA, die sich durch Innovationen im Bibliotheksbereich auszeichnen, findet dagegen kaum statt. E. Stellungnahme und Förderempfehlung Das DBI wird dem Anspruch an eine überregional tätige Serviceeinrichtung für das Bibliothekswesen, Beratungs- und Dienstleistungen gesamtstaatlich und spartenübergreifend zu erbringen sowie innovative Konzepte anzuregen, zu entwickeln und zu realisieren, nicht in ausreichendem Maße gerecht. Der Wissenschaftsrat hatte bereits in seiner Stellungnahme aus dem Jahre 1989 zentrale konzeptionelle, personelle und infrastrukturelle Veränderungen an- gemahnt. Während die organisatorische Zusammenführung der Abteilungen des Instituts eingeleitet wurde, blieben die Empfehlungen zur Qualitätssiche- rung der Publikationen und zu der Einbindung der Fachkommissionen weitge- hend unberücksichtigt. Ebensowenig ist erkennbar, daß die Empfehlungen zur personellen Flexibilisierung und zur notwendigen Weiterentwicklung der EDV- technischen Infrastruktur aufgegriffen wurden. Angesichts der bisherigen Entwicklung ist nicht zu erwarten, daß das DBI die dringend erforderlichen Initiativen ergreifen wird, neue bibliothekarische Me- thoden, Techniken und Systeme zu entwickeln und den Bibliotheken zur Ver- fügung zu stellen. Die weitere Förderung des DBI als Serviceeinrichtung für die Forschung mit überregionaler Bedeutung und gesamtstaatlichem wissenschaftspolitischem Interesse wird nicht empfohlen. Der Wissenschaftsrat ist der Auffassung, daß in einem föderal strukturierten Staat wie der Bundesrepublik Deutschland mit einem stark ausdifferenzierten Bibliothekswesen Serviceleistungen, die sich an den länderübergreifenden In- teressen der deutschen Bibliotheken und damit auch an den Bedürfnissen des Gesamtsystems der überregionalen Literatur- und Informationsversor- gung ausrichten, unerläßlich sind. Er empfiehlt daher Bund und Ländern, unverzichtbare Dienstleistungen wie z. B. die Zeitschriftendatenbank mit den Dokumentlieferdiensten DBI-Link und Subito in anderer Trägerschaft fortzu- 2312 BIBLIOTHEKSDIENST 31. Jg. (1997), H. 12
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