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Volume Heft 12

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 31.1997 (Rights reserved)

Betriebsorganisation __________________________ THEMEN Projektstädte sowie Fachstellenvertreter - und die beiden profilierten Referen- ten boten dennoch ein Forum, das anregende Diskussionen versprach. Der erste Referent, der Düsseldorfer Erziehungswissenschaftler Dr. Norbert Posse, der normalerweise im Umfeld der Schulen tätig ist, hob in seinen Aus- führungen die Bedeutung von Kommunikationskultur bei Veränderungspro- zessen hervor. Sein Schwerpunkt lag also auf den psychologischen innerbe- trieblichen Problemen, die unweigerlich auftreten, wenn Veränderungen vor- genommen werden sollen. Zentrum seiner Thesen war dabei der Umgang mit Widerstand. In ihren einleitenden Worten hatte Frau Windau von der Berteismann Stiftung darauf hingewiesen, daß nach 5 Jahren Projektlaufzeit nun aus ihrer Sicht zwar als Ergebnis ein funktionierendes Methodenschema für bibliothekarische Betriebsvergleiche vorliege, daß sich jedoch gleichzeitig Problemfelder aufge- tan haben, die noch einer weiteren Bearbeitung harren. Dazu gehörten vor allem die Bereiche Führungsprobleme, Teamstrukturen und die Widerstände bei Veränderungen. Die Präsentation von Herrn Posse nahm vor allem die letzte Problematik auf. Der zweite Fragenkomplex, den Frau Windau als noch nicht abgeschlossen bezeichnete, war das Umgehen von Verwaltung, Politik und Bibliothek mit den im Projekt neugewonnenen Methoden. Und in der Tat stellt sich dem Leser des zweiten Projektbandes ,,Meßergebnisse, Richtwerte..." die Frage: ,,Was lernt uns das?" Was sagen aneinanderreihte Zahlen als Ausdruck ausgewählter Verhältnisse (z. B. Ausgaben pro Öffnungsstunde o. ä.) und das Nebeneinanderstellen von Bibliotheken unterschiedlicher Größenordnung über die Qualität einer Biblio- thek aus? Hier war der Vortrag des zweiten Referenten, Dr. Christof Eichert, Oberbür- germeister der Stadt Ludwigsburg, wirklich wegweisend. Er traf das Kernpro- blem, indem er deutlich machte, daß reine Zahlenvergleiche wohl wertvolle Hinweise für interne Steuerungszwecke in der Bibliothek liefern, daß sie je- doch keine Aussage über die Qualität der Einrichtung Bibliothek in der Kom- mune machen, daß sie vielmehr den Kulturbegriff ,,verwässern" und als Daten keine echte Relevanz für einen Gemeinderat haben. Statt dessen forderte Eichert von der Politik, daß sie zunächst definieren müsse, was sie mit ihrer Bibliothek erreichen will. Es sei wichtiger, Inhalt und Zweck, also das Profil einer Bibliothek zu bestimmen, als Zahlen zu nennen. Und es sei wichtiger, die Kulturpolitik einer Stadt zu profilieren und die Bibliothek in ein koordinier- tes Netzwerk der vorhandenen Kultureinrichtungen einzubinden. BIBUOTHEKSDIENST 31. Jg. (1997), H. 12 2277
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