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Volume Heft 11 Frauenthesauri im informations- und Dokumentationsbereich

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 30.1996 (Rights reserved)

Erschließung _____________________________THEMEN Datenbanken aus allen Fachgebieten kritisch untersucht. Dabei wird oft ver- gleichend Bezug auf die Deskriptoren von Frauenthesauri genommen.15' Paul Nicholls und Susanne Holtmann forderten im Rahmen einer Analyse von ERIC, daß Deskriptoren aus dem Thesaurus von Capek in den ERIC-Thesaurus übernommen werden sollten.16' In Italien wird der Thesaurus "Linguaggiodonna" derzeit von der Fondazione Elvira Badaracco in Mailand überarbeitet. Die autonomen italienischen Frau- eneinrichtungen, die sich dem elektronischen Netzwerk "Lilith. Rete informati- va di génère femminile" angeschlossen haben, wenden ihn an. Die staatlichen Bibliotheken benutzen in der Regel eine Schlagwortliste der Biblioteca Nazio- nale in Florenz von 1956 (!).17) Daß Frauenthesauri derzeit eher noch ein Schattendasein im Informations- und Dokumentationswesen fristen, hängt vermutlich auch damit zusammen, daß die meisten noch nicht lange existieren und die Einführung eines nicht- diskriminierenden Vokabulars vor allem in traditionellen Informations- einrichtungen und Fachbibliographien seine Zeit brauchen wird. Um Frauen- thesauri bekannter zu machen, müßte planmäßig Öffentlichkeitsarbeit betrie- ben werden, die beispielsweise folgendermaßen aussehen könnte: - Die Arbeitsgruppe Frauen der Vereinigung Österreichischer Biblio- thekarinnen und Bibliothekare will sich dafür einsetzen, daß die "thesaurA" in den Pool der zugelassenen Nachschlagewerke für die Schlagwort- normdatei aufgenommen wird.18' Dieses Vorhaben könnte von Infor- mationsfachleuten aus der Bundesrepublik Deutschland unterstützt wer- den. Die "thesaurA" enthält nach einer ersten Prüfung keineswegs nur österreichspezifisches Vokabular. - Auch ein zweiter Vorschlag der Arbeitsgruppe Frauen, die Benutzung von frauenspezifischen Deskriptoren in großen bibliographischen Datenbanken anzuregen, sollte in Betracht gezogen werden. Es könnten Tagungen initi- iert werden, zu denen nicht nur Informationsfachfrauen und Vertreter/innen der Datenbankhersteller eingeladen werden, sondern ebenso kompetente Benutzerinnen aus den unterschiedlichsten Fachgebieten. - Frauenthesauri sollten in Fachzeitschriften des Bibliotheks- und Doku- mentationswesens rezensiert werden. Liliane Studer informierte in ihrem Vortrag über die frauenspezifische Doku- mentation in den autonomen Schweizer Einrichtungen. Die Frauenbibliotheken sammeln überwiegend Belletristik und haben die üblichen finanziellen Pro- bleme autonomer Einrichtungen, die auch in der Bundesrepublik nicht unbe- kannt sind. Sie stellte das "Archiv zur Geschichte der schweizerischen Frau- enbewegung" der Gosteli-Stiftung in Worblaufen vor, die 1982 auf Initiative BIBLIOTHEKSDIENST 30. Jg. (1996), H. 11 1917
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