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Volume Heft 11 Frauenthesauri im informations- und Dokumentationsbereich

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 30.1996 (Rights reserved)

THEMEN_____________________________ Erschließung Die beiden Bearbeiterinnen, Dokumentarinnen mit Erfahrung in der Frauendo- kumentation und -information, streiften in ihrem Vortrag kurz die Entste- hungsgeschichte der "thesaurA" und befaßten sich dann mit den Aufgaben und Zielen eines feministischen Thesaurus, mit seinem Einsatzbereich und den Zielgruppen, den Quellen, dem Umfang sowie formalen Festlegungen und Besonderheiten. Das Wichtigste - genauer nachzulesen in der Einleitung zur "thesaurA" - sei hier kurz zusammengefaßt.1' Die in "frida" eingebundenen Frauendokumentatiönseinrichtungen sind über- wiegend institutionalisierte Einrichtungen, keine autonomen. Die Namensge- bung "thesaurA" wird von den Bearbeiterinnen wie folgt erklärt: "In Umfor- mung des grammatischen Geschlechts eines "männlichen" Thesaurus wird durch die weibliche Endung "-a" der feministische Aspekt hervorgehoben, deren Großschreibung betont den österreichspezifischen Ansatz". Da sich in österreichischen Bibliotheken und Dokumentationseinrichtungen die Schlag- wortkataloge in einem "anachronistischen, benützerlnnenfeindlichen Zustand" befinden, kann ein feministischer Thesaurus Anregungen für eine nicht die Frauen diskriminierende Inhaltserschließung geben, denn: "Ein Frauenthesau- rus hat den Anspruch, ein frauenpolitisches Instrument zu sein. Das bedeutet, herkömmliche Dokumentationssprachen gesellschaftskritisch, bewußtseins- kritisch und sprachkritisch zu analysieren, frauendiskriminierende Mechanis- men oder Strategien zu erkennen und zu beseitigen und somit auf Verände- rungen in der dokumentarischen Praxis abzuzielen".21 Die "thesaurA" ist sowohl für Zettelkataloge als auch für die edv-gestützte Erschließung geeignet. Zielgruppe sind Bibliothekarinnen/Bibliothekare und Dokumentarinnen/Dokumentare, die in der Inhaltserschließung arbeiten, aber auch Benutzerinnen und Benutzer aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern und Berufen (Wissenschaftlerinnen, Studentinnen, Lehrerinnen, Journalistinnen, Personen, die in der Erwachsenenbildung tätig sind). Daß die hauptberuflich in der Inhaltserschließung tätigen Personen, gerade auch die in traditionellen Informationseinrichtungen, sich die "thesaurA" genauer ansehen, ist ihr zu wünschen. Klösch-Melliwa und Zach verweisen zu Recht darauf, daß "große Institutionen hinsichtlich der Aufnahme neuer Schlagwörter äußerst behäbig sind, weil sie oft auf zentrale Definitionskommissionen angewiesen sind, trotzdem erweist sich ein Frauenthesaurus für die mit der Indexierung befaß- ten Sachbearbeiterinnen als Anregung: Einerseits, um die eigene Sacher- schließung kritisch auf Sexismen zu überprüfen, andererseits, um die Auf- nahme von frauenspezifischem/feministischem Vokabular in die von ihnen verwendeten genormten Schlagwortverzeichnisse zu veranlassen".3' 1914 BIBLIOTHEKSDIENST 30. Jg. (1996), H. 11
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