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Volume Heft 11 Perspektiven der Ausbildung in den Informationsberufen

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 30.1996 (Rights reserved)

THEMEN __________________________________ Beruf 2.3.5 Projektarbeit Besonderes Gewicht bei der Reformierung der Ausbildung kommt der praxis- und problemorientierten Projektarbeit zu. In einem Projekt arbeiten die Studie- renden selbständig und legen den Verlauf eigenverantwortlich fest. Die Rolle der Dozenten geht eher in Richtung Moderationstätigkeit und Trouble Shoo- ting. Sie ziehen sich zurück, lassen durchaus auch Mißerfolgserlebnisse zu und greifen erst im Notfall ein. Die Themen können fächerübergreifend sein und von Dozenten oder den Studierenden selbst vorgeschlagen werden. Konkrete Aufträge aus der Privatwirtschaft sollten dabei an Selbstver- ständlichkeit gewinnen. Zwei Beispiele: · In Hannover nahm ein sehr eindrucksvolles Projekt zwei Jahre in An- spruch. Auftraggeber war die Bibliothek des Landessportbundes. Im 1. Jahr sichteten die Studierenden den Bestand der Bibliothek und systema- tisierten ihn. Außerdem richteten sie die Bibliothek neu ein. Im 2. Jahr de- finierten sie ein Regelwerk, anhand dessen sie den Bestand -10.000 Bän- de plus Zeitschriften - in einer Datenbank erschlossen.Sie wählten ein Ausleihsystem aus und führten die Ausleihverbuchung ein. · In Stuttgart wurde ein Mammutprojekt gemeinsam von zwölf Studierenden durchgeführt.Sie organisierten unter Leitung von zwei Professoren einen internationalen Kongreß.Die Organisation beinhaltete alles von der Kon- zepterstellung und der Akquirierung der Referenten, über Fund Raising, Sponsoring, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bis hin zur Eröffnung des Kongresses und der Moderation der einzelnen Veranstaltungen. Die genannten Projekte sind als geglückt und didaktisch richtungsweisend zu bezeichnen. Die Studierenden bewiesen, daß sie mehr können als nur den Worten eines Dozenten lauschen. Derartig umfangreiche Projekte fordern und fördern das Engagement und die Motivation der Studenten weit über das normale Maß hinaus, sie sind daher in der internen Ausbildung schon aus Zeitgründen kaum möglich. 2.4 Resümee Die interne Ausbildung wird von maßgeblichen Gremien in Deutschland als nicht mehr zeitgemäß beurteilt. Frankfurt und München haben derzeit den- noch keine Ambitionen, sie zugunsten eines externen Studiums aufzugeben. Immerhin wird an diesen beiden Fachhochschulen versucht, innerhalb des vorgegebenen, sehr engen Rahmens, die Ausbildung zu modernisieren, z.B. durch Reduzierung des Pflichtstundenanteils, Erhöhung der Stundenzahl für EDV-bezogene Übungen und Einführung kleinerer unbenoteter Projekte. 1880 BIBLIOTHEKSDIENST 30. Jg. (1996), H. 11
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