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Volume Heft 10 200 Jahre Nationalbibliothek In Portugal

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 30.1996 (Rights reserved)

Ausland THEMEN Während der ersten Jahrzehnte der faschistischen Diktatur ab 1926 führte die Nationalbibliothek ein Schattendasein. Erst in den fünfziger Jahren kam es zu weiteren Innovationen: 1953 führte die Bibliothek für die sachliche Erschlie- ßung die Dezimalklassifikation ein, 1954 erarbeitete sie eine erste Kurzausga- be dieser Klassifikation in portugiesischer Sprache. Um den weiteren Verfall der Bücher durch Insekten zu verhindern, erfolgte eine gründliche Desinfizie- rung des Bestandes, gleichzeitig begannen ernsthafte Planungen für einen Neubau, der 1956 begann. 13 Jahre später wurde die Nationalbibliothek am Campo Grande, in der Nähe der Stadt-Universität, eröffnet. Sie umfaßte zu dieser Zeit 561.702 Druckwerke, 16.113 Kodizes und Einzelhandschriften, 12.453 Bilder und 5.280 Atlanten und Karten. Die Entwicklung zur modernen Bibliothek: 1969 bis 1996 Seit 1974, dem Ende der faschistischen Diktatur in Portugal, konnte sich die Nationalbibliothek zu einer modernen Bibliothek entwickeln. Mit dem Gesetz vom 29.8.1980 erhielt sie finanzielle, administrative und wissenschaftliche Au- tonomie. 1982 wurde das Pflichtabgaberecht, das die Bibliothek seit 1798 besaß, grundlegend überarbeitet, allerdings erfolgte die Ablieferung in der Realität nicht immer lückenlos. Diese Pflichtabgaben bilden die Grundlage für die Erstellung der Nationalbibliographie, deren Anfänge auf den ,,Boletim de Bibliografia Portuguesa" von 1937 zurückgehen. Seit 1984 katalogisiert die Bibliothek nach den von ihr in Anlehnung an die AACR erarbeiteten portugie- sischen Katalogisierungsregeln. In den achtziger Jahren begann sie die Arbei- ten an der Datenbank PORBASE, in der heute mehr als 100 portugiesische Bibliotheken online katalogisieren. Seit 1988 ist die Datenbank der Öffentlich- keit zugänglich, seit 1995 auch im Internet und als CD-ROM-Version verfüg- bar. Die Datenbank enthält mehr als 70.000 records, 93 % davon für Mono- graphien, 7 % für Periodika. Die Bibliothek besitzt heute 2,5 Millionen Bände und gliedert sich in die Berei- che: 1. Allgemeine Sammlung: Monographien und Periodika Sie umfaßt 800.000 Monographien in 2,3 Millionen Bänden des 16. bis 20. Jahrhunderts. Die Sammlung der Zeitschriften umfaßt ca 15.200 portugiesi- sche Titel, davon 4.800 laufend, und ca. 15.300 ausländische Titel, davon 750 zur Fortsetzung. Von den ca. 11.700 Zeitungen werden 1.850 laufend gehal- ten. Unter den Zeitungen ist auch die älteste portugiesische, die ,,Gazeta da Restauracäo" (1640), zu finden. BIBUOTHEKSDIENST 30. Jg. (1996), H. 10 1643
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