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Volume Heft 7 Quantitative und qualitative Aspekte der verbalen Sacherschließung in Online-Katalogen

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 30.1996 (Rights reserved)

Erschließung _____________________________ THEMEN als auch einzelne oder gereihte Deskriptoren sein. Sie haben jedoch zwei wesentliche Funktionen: - zum einen dienen sie als Zugriffselemente (über suchbare Wörter, die in der Regel ,,verstichwortet" intern in Indices abgelegt werden) - zum anderen bilden sie wissensbasierte, stark verdichtende Beschreibun- gen zur sachlichen Information über die verschiedenen Inhalte nachgewie- sener Dokumente. Sie müssen daher zur Anzeige bestimmt und lesbar sein. Abgesehen von Fragen der Terminologie darf man wohl feststellen, daß die Ergebnisse maschineller Indexierverfahren zunächst nicht in diesem Sinn der Anzeige dienen; sie erfüllen daher lediglich die erste der beiden Funktionen. 2. Der Suchprozeß Ich beziehe die informationstheoretischen Grundlagen der Thematik auf die Ebene heutiger bibliothekarischer Online-Kataloge mit RSWK-Schlag- wortdaten, glaube aber doch, damit dem Stand der allgemeinen Erkenntnisse zur Informationsgewinnung gerecht zu werden, auf dessen Basis die nächste OPAC-Generation in einer Welt der Netze gestaltet werden muß, ob nun RSWK-Daten angeboten werden oder nicht. 2.1. Suchstrategien Man unterscheidet bei der sachlichen Suche zwei grundlegende Strategien: Die analytische Suche fordert eine genaue Definition der Fragestellung, Ziel- planung und Festlegung der Suchbegriffe, am Ende eine gründliche Analyse der Ergebnisse. Sie basiert auf Booleschen Operatoren, ist formal, kognitiv anspruchsvoll, kann aber auch auf Vermittler übertragen werden. Suchanfrage und Ergebnisanalyse sind zwei getrennte Schritte. Der dazwischenliegende maschinelle Suchvorgang läuft sehr schnell ab. So verfährt die klassische Recherche in kostenpflichtigen Fachdatenbanken. Dagegen verläuft die Browsing-Suche heuristisch, erfordert weniger Vorarbeit, aber mehr Aufmerksamkeit und Aktivität im Suchprozeß. Weil sie weniger planbar ist und mehr vom Datenangebot des Systems angeregt wird (man könnte sagen, der Benutzer informiert sich weniger, er läßt sich informieren), ist sie nicht logische Folge einer (vielleicht defizitären) Suchformulierung, son- dern lebt vom okkasionellen Erkennen relevanter Informationen, die auch überraschend auftauchen können. Suchanfrage und Ergebnisauswertung wechseln ständig oder gehen ineinander über. Browsing ist ein nichtlineares, aktives und potentiell interaktives Lesen, das dem Endbenutzer kein Vermittler abnehmen kann. Die wichtigsten Aktivitäten sind Blättern, Navigieren, Über- wachen von Kontext und Umfeld, Auswahl durch Markieren aus Menüs und BIBLIOTHEKSDIENST 30. Jg. (1996), H. 7 1 1 2 3
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