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Volume Heft 1 100 Jahre Filmgeschichte und mehr

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 30.1996 (Rights reserved)

Bibliotheken -------------------------------------------------------- THEMEN Science Fiction-Billigproduktionen aus den 50er Jahren, die in den USA für Double bzw. Triple Features oder den Autokinomarkt hergestellt wurden. ,,They are cheap, badly acted, poorly filmed and, slightly more importantly, the punters love 'em."21 Das Genre bekam unlängst einen zusätzlichen Popularitätsschub, weil dem Regisseur Edward Wood jr., dem ungekrönten König dieses Genres, von Tim Burton ein hochgelobter biographischer Film (,,Ed Wood") gewidmet wurde. Wood hatte seinerzeit mit ,,Plan 9 from Outer Space" (,,Plan 9 aus dem Weltall", 1959) einen Film gedreht, der inzwischen mehrfach von Kritikern mit dem Titel ,,Schlechtester Film aller Zeiten" ausgezeichnet wurde. Horrorfilme der englischen Produktionsfirma Hammer, die besonders in den 60er Jahren klassische Figuren liebevoll wiederbelebte und durch die Peter Gushing (,,Frankenstein") und Christopher Lee (..Dracula") zu Weltstars wurden. moderne Horrorfilme, teilweise nicht ohne Splatter-Einflüsse, von Regis- seuren wie Dario Argento, der dem Genre in Bezug auf die Ästhetik neue Seiten abzugewinnen verstand (,,Seine Filme sind Kunstwerke - der Farben, der Dekors, der Gewalt - geschaffen mit unglaublicher, durchaus wissen- schaftlicher Akribie und Präzision, experimenteller Technik und einer Fas- zination für die perverse Schönheit choreographierter Brutalität."31). David Cronenberg, der das Genre für kritische Aussagen über Gesellschaft und die Verantwortlichkeit von Wissenschaft benutzte oder dem deutschen Enfant temble Christoph Schlingensief, dessen ,,Das deutsche Kettensägenmassa- ker" (1990) und ,,Terror 2000" (1992) eine satirische Auseinandersetzung mit der jüngsten deutschen Geschichte darstellen. Trash- und Undergroundfilme, mit Kleinst-Budget produziert (oder ganz ohne), mit amateurhafter Technik gedreht und laienhaften Darsteilem in Szene gesetzt, oft aber nicht ohne einen naiven Charme. Wenzel Storch (,,Der Glanz dieser Tage", 1989; ,,Sommer der Liebe", 1992) ist ein Exponent dieses Genres in Deutschland, das mit den Filmen Helge Schneiders unlängst sogar den Sprung ins Feuilleton schaffte. Femseh-Serien aus den 60er Jahren (hauptsächlich aus England), die herkömmliche Serienmuster mit der Verspieltheit und der Ästhetik der Pop- Ära verbanden, u. a. ,,The Avengers" (,,Mit Schirm, Charme und Melone", 1961-1969) oder ,,The Prisoner" (,,Nummer 6", 1966-1967). TV-Serien wer- den in letzter Zeit immer häufiger auch für das Kino wiederentdeckt und neu in Szene gesetzt, als jüngstes Beispiel wäre die ,,Brady Family" zu nennen, bei Manga-Videos handelt es sich um Animationen japanischer Comic- Romane, die häufig in einer brutalen postapokalyptischen Welt spielen. Der Zeichentrick dieser Filme ist oft zweitklassig, ihre Wirkung erzielen sie eher BlBUOTHEKSDIENST 30. Jg. (1996), H. 1 61
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