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Volume Heft 1 100 Jahre Filmgeschichte und mehr

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 30.1996 (Rights reserved)

THEMEN____________________________ Bibliotheken Deshalb wurde verstärkt auf den englischen Videomarkt ausgewichen, der we- sentlich differenzierter ist und auf dem in der Regel die meisten der ge- wünschten Produktionen zu bekommen sind. Diese Filme haben nebenbei noch den Vorteil, daß sie, soweit es sich um Produktionen handelt, die nicht aus dem englischen Sprachraum stammen, in ihrer jeweiligen Originalsprache belassen und lediglich mit englischen Untertiteln versehen worden sind. So ist es zu er- klären, daß in der Film- und Videobibliothek Filme in relativ exotischen Sprachen wie japanisch, mandarin-chinesisch oder walisisch zu finden sind. Auch deut- sche Streifen, die hierzulande nicht mehr zu bekommen sind, wurden auf diese Weise ,,reimportiert". Inzwischen handelt es sich bei ca. einem Drittel des Video- bestandes um Originalfassungen. Außenseiter Wer mit einem solchen Anspruch versucht, die Filmgeschichte aufzuarbeiten und sich in diesem Maße mit Filmfreaks einläßt, wird schnell feststellen, daß es neben der offiziellen Filmgeschichte und dem cineastischen Tagesgeschehen eine große Nachfrage nach Filmen gibt, die beim Abfeiern der in der letzten Zeit so häufig bemühten hundertjährigen Filmgeschichte eher eine Außenseiterrolle spielen. Auch diese dürfen nicht von vornherein ausgeklammert werden, selbst wenn dazu Rlme gehören, die man im Bestand einer öffentlichen Bibliothek eher nicht vermutet, also kein Chaplin oder Bergman, kein Bunuel, Truffaut oder Greenaway. Gemeinhin bezeichnet man die Filme, von denen hier die Rede sein soll, als Kultfilme. Ein Kultfilm kann nicht geplant werden, er muß sich diesen Status erst verdienen, meist über einen längeren Zeitraum. Oft werden Filme erst durch ihre Wiederentdeckung zu Kultobjekten. ,,Gemacht" werden Kultfilme von einge- schworenen Fangemeinden, die in einem Film oder einem ganzen Genre be- stimmte Zeitströmungen wiederfinden oder mit ihm bestimmte kollektive Erinne- rungen verbinden. Ein künstlerisches Niveau erreichen diese Filme selten, oft zeichnen sie sich gerade durch ihre billige Machart aus. ,,Trash" ist ein Begriff, den man im Zusammenhang mit ihnen oft zu hören bekommt. Vom Genre her gesehen sind diese Filme häufig miteinander verwandt, fanta- stische Themen überwiegen, Action gehört dazu. Diese Rlme sind physische Filme und sie sind bunt, wenn auch oft in Schwarzweiß gedreht. Gemeinsam haben diese Filme, daß es in ihnen ,,summt, scheppert, blitzt und rumst - das elektrische Kino verwandelt sich in einen Flipperautomaten."11 Einige dieser Genres, die sich in der Rlm- und Videobibliothek steigender Be- liebtheit erfreuen, sollen hier kurz Erwähnung finden: 60 BIBLIOTHEKSDIENST 30. Jg. (1996), H. 1
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