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Volume Heft 1 Controlling - Kritische Erfolgsfaktore - Technologiecontrolling

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 30.1996 (Rights reserved)

THEMEN_______________________ Betriebsorganisation Die offene Frage ist: haben die Mitarbeiter der Bibliotheken vor Ort die Perso- nalressourcen und das Know-How der empirischen Sozialforschung bzw. der analytischen Statistik, um diese Informationen gewinnen zu können? Zentrale Erhebungen haben naturgemäß keinen Nutzen für das (Qualitäts)Management der Einzelbetriebe. Operationalisierung des Inputs: Ressourcenverzehr wird im privatwirtschaftlichen Sektor durch Kostenrech- nungssysteme erfaßt. Dabei setzt man heute zur Entscheidungsunterstützung Plan-Kostensysteme ein. Der häufig beobachteten Schwachstelle einer unrea- listischen innerbetrieblichen Leistungsverrechnung wird z. Z. durch Forcie- rung des ,,Profit Center"-Konzeptes begegnet. In Bibliotheken gibt es z. Z. noch kein Kostenrechnungssystem. Ressourcen- verbrauch wird im Umfang der Titeldefinitionen des Gruppierungsregisters der Haushaltsordnungen erfaßt. Die offene Frage ist auch hier: haben Bibliotheken die Personalressourcen und das Know-How, derartige Kostenrechnungssysteme zu betreuen, zu pflegen und auszuwerten? Die isolierte Erfassung von Out- und Input hat allerdings nur einen begrenzten Informationswert. Die eigentliche Entscheidungsunterstützung durch solche Daten erfolgt erst aus der Verknüpfung von Out- und Inputdaten - also durch Kalkulationsrechnungen. Die gestellten offenen Fragen lassen sich hinsichtlich des notwendigen Per- sonaleinsatzes vorsichtig konkretisieren: Die Dokumentationsabteilung des Schweizer Bankvereins hat mit Hilfe einer Softwarefirma ein DV-gestütztes Controllingsystem aufgebaut. Zur Bedienung und Auswertung werden 15 % des Personalbestandes eingesetzt (Zehnder, 1995). Man muß sich das vor Augen führen: eine Bibliothek mit 100 Mitarbeitern müßte also 15 Mitarbeiter für ein derartiges allumfassendes Controllingsystem einsetzen. Da Bibliothe- ken nicht den Schweizer Bankverein als Träger haben, müßten sie dieses Personal aus ihren laufenden Routineaufgaben freisetzen. Auch die Know-How-Frage muß sehr zurückhaltend betrachtet werden, da schon die Hochschulen durch die von den Studenten beobachtete Praxis in den Bibliotheken gehandicapt sind, Konzepte der analytischen Statistik und der Kostenrechnung in der Lehre umzusetzen. Hier würde sich auf alle Fälle im Rahmen der Personalentwicklung ein großer zu finanzierender Fortbil- dungsbedarf stellen. 52 BIBLIOTHEKSDIENST 30. Jg. (1996), H. 1
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