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Volume Heft 5 Leitungs- und Kooperationsstile in wissenschaftlichen Bibliotheken: Feldphase abgeschlossen

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 30.1996 (Rights reserved)

Betriebsorganisation _________________________ THEMEN Quelle zur Interpretation und Bewertung von Selbst- und Fremdwahrneh- mungsvorgängen im täglichen Arbeitsgeschehen. Ob Antworten zu einzelnen Fragen im Vorlauf der Interviewbegegnung ge- danklich vorformuliert waren oder eher spontan gegeben wurden, spielt für die empirische Auswertung nur eine sehr geringe Rolle. Viel wichtiger war, daß die für die jeweiligen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vorgesehenen Fra- gebögen auch direkt an die Adressaten weitergeleitet wurden. Schließlich bedarf es erheblichen Vertrauens, nicht nur in den Interviewer als Person und die Einhaltung der Datenschutznormen, sondern auch in den Sinn und Zweck dieser Untersuchung, sich der Bewertung des persönlichen Leitungsverhal- tens durch die eigenen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu unterziehen. Die hohe Kooperation der angesprochenen Kollegen und Kolleginnen dokumen- tiert ihr Vertrauen in dieses Vorgehen einerseits und zugleich auch ihr Interes- se an empirischem Erkenntnisfortschritt in diesem Sektor des Arbeitslebens. In sehr vielen Gesprächen wurde dies auch explizit zum Ausdruck gebracht. Am Ende eines jeden Interviews stand die persönlich von mir vorgenommene Adressierung der Umschläge an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit den inhaltlich gleichlautenden Fragebögen.51 Meine Erwartung ging davon aus, daß die Verteilung wie gewünscht erfolgte. Das war in ganz überwiegendem Maße der Fall. Sicher konnte ich allerdings nur dort sein, wo ich die Namen der Mit- arbeiter und Mitarbeiterinnen auf dem Umschlag eintragen und notieren konn- te, um sie in einem Erinnerungsbrief einige Wochen nach der Zustellung des Fragebogens erneut anschreiben zu können.61 Bei einer Rücklaufquote der Fragebögen von durchschnittlich 60 %, von denen wiederum mehr als 50 % der Befragten auf den beigefügten Postkarten unter Angabe ihrer persönli- chen Adresse ihr Interesse am Ergebnisbericht dieser Untersuchung zum Aus- druck brachten, ist davon auszugehen, daß manipulative Beantwortungen äußerst gering, wenn nicht nahezu ausgeschlossen sind. Weitere Korrelatio- nen in der jetzt beginnenden Auswertungsphase werden am Rande diesen Aspekt prüfen. Viel interessanter sind inhaltliche Gesichtspunkte. Erstaunt war ich, daß der ganz überwiegende Anteil der im Rahmen der schriftlichen Erhebung von den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen an mich zurückgesandten Fragebögen klar und fast unkommentiert ausgefüllt worden war. Die meisten Fragen schienen auf nachvollziehbare Erfahrungsdimensio- nen zu stoßen, relativ leicht mit einem Kreuz anhand der vorgegebenen Va- riablen beantwortbar zu sein und wenig Verunsicherung zu provozieren. Die wenigen zusätzlichen schriftlichen Äußerungen und Kommentare der Mitarbei- ter und Mitarbeiterinnen auf den Fragebögen habe ich erfaßt und werde sie in einem gesonderten Verfahren berücksichtigen und eventuell zur Interpretation bestimmter Sachverhalte heranziehen. Das gilt auch für jene beiden Fälle, bei denen der durchgängige Eindruck entstand, daß die Befragung Anlaß war, BIBLIOTHEKSDIENST 30. Jg. (1996), H. 5 831
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