Path:
Volume Heft 5 Köszönöm és Viszontlátásra: Informationen und Eindrücke, gesammelt in 10 ungarischen Bibliotheken

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 30.1996 (Rights reserved)

Ausland ------------------------------------------------------------ THEMEN denkstätte. Die andere Attraktion von Martonvâsâr steht in direktem Zusam- menhang mit den Forschungsaufgaben des Instituts, der Welt größtes Phyto- tron. In dem Gebäude befinden sich begehbare Kammern, in denen jeweils die Rahmenbedingungen eines bestimmten Klimas simuliert werden, um des- sen Auswirkungen auf Pflanzen zu untersuchen. Die Miete incl. wissenschaft- licher Betreuung kostet monatlich 20.000 HUF (ca. DM 230,-). Kein Wunder, daß es viele ausländische Kunden gibt. Im Schlößchen befinden sich neben der Verwaltung die Institutsbibliothek und das Beethovenmuseum. Die Be- stände der Institutsbibliothek sind zugeschnitten auf die Forschungsschwer- punkte Pflanzenzüchtung, speziell Mais und Weizen, und Gentechnologie, die in Ungarn kein Reizthema darstellt. Die Sammlung der Bibliothek umfaßt 8.000 Monographien und 8.000 gebundene Zeitschriftenbände, 50 ungarische und 80 ausländische Zeitschriften sind abonniert. Für Benutzer stehen 8 Car- rels zur Verfügung. Die Bibliothek ist eine Präsenzbibliothek mit Freihandauf- stellung. Bis jetzt gibt es nur konventionelle Kartenkataloge. Den hochspezia- lisierten, PC-vertrauten Forschern scheint die Elektronik in der Bibliothek bis jetzt nicht zu fehlen. Die Leiterin der Bibliothek ist Historikerin und eingebun- den in die lokale Beethoven-Forschung. Martonvâsâr hat eine Tradition als Mustergut. Begründet wurde diese Traditi- on von der Familie Brunszvik zur Zeit Maria Theresias. Beethoven war ein Freund der Familie und hielt sich zweimal längere Zeit in Martonvâsâr auf. Gleich zwei Töchter wurden von der Forschung als Kandidatinnen für die ,,unsterbliche Geliebte" herangezogen. Dem Grafen Férenc widmete Beetho- ven u. a. die Sonate ,,Appassionata", deren Komposition möglicherweise in Martonvâsâr beendet wurde. In dem kleinen Museum befindet sich ein Teil der gräflichen Bibliothek (164 Bände): griechische und lateinische Klassiker, Rousseau und Voltaire (beide damals auf dem Index). Die bemerkenswerte Notensammlung befindet sich heute in der Franz-üszt-Musikhochschule in Budapest. Ein besonderes Anliegen der Bibliotheksleiterin soll noch erwähnt werden: die Edition der 160 Tagebücher der Beethovenfreundin Teréz Brunszvik (deutsch verfaßt, sie selbst lernte erst mit 70 ungarisch), die eine Fundgrube zum geistigen Leben im 19. Jahrhundert darstellen. Sie war eine bedeutende Pädagogin und stand mit der geistigen Elite ihrer Zeit in lebhaf- tem Austausch. Budapest! Müszaki Egyetem Könyvtar es Tâjékoztatâsi Központ (BMEK) = Bibliothek der Technischen Universität Budapest Die Technische Universität Budapest wurde gegründet als Institutum Geo- metrico-Hydrotechnicum im Jahre 1782. Technische Universität ist sie seit 1871 (Königliche Universität Josephinum, eine der ersten Einrichtungen in BlBUOTHEKSDIENST 30. Jg. (1996), H. 5 813
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.