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Volume Heft 4 Ausleihanalysen als Instrument der Bestandsevaluierung

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 30.1996 (Rights reserved)

THEMEN _____________________________ Erwerbung Die Nutzungsfrequenz der einzelnen Buchtitel kann ab dem Zeitpunkt der Erfassung im Ausleihsystem überwacht werden. Ferner werden die eingetra- genen und noch nicht erledigten Vormerkungen, was auf eine verstärkte Nachfrage schließen läßt, festgehalten. Die Angaben sind wie immer auf die jeweiligen Auflagen und Exemplare bezogen, so daß vor allem bei älteren Auflagen die Nutzungsfrequenz eindeutig überprüfbar ist. Dies ist vor allem beim Nachkauf neuer Auflagen hilfreich. Vor der Kaufent- scheidung kann auf diese Weise der Bedarf nochmals hinterfragt werden. In Freiburg hat es sich inzwischen bestens eingespielt, daß die dem Erwerbungs- leiter zum Abzeichnen vorgelegten Neuauflagen in der Regel mit einem Aus- leihprofil versehen sind. Die Ergebnisse sind oft überraschend. Titel mit hoher Benutzungserwartung sind unter Umständen noch nie ausgeliehen worden, so daß auf die neue Auflage eventuell verzichtet werden kann. Darüber hinaus sind auch globale Bestandsauswertungen möglich. Um fest- zustellen, ob die Bibliothekare mit ihren Kaufentscheidungen richtig liegen oder bestimmte Bestandsgruppen eine ausreichende Nutzungsfrequenz auf- weisen, können mit Hilfe des Ausleihsystems entsprechende Auswertungen vorgenommen werden. Um beispielsweise das Argument zu entkräften, die Bibliothek kaufe zu viele originalsprachliche Titel in italienisch, die ja kaum einer lesen könne, ist die Nutzungsfrequenz der italienischen Literatur im Freihandmagazin überprüft worden. Die Ausleihwerte wichen vom übrigen Bestand nur unwesentlich ab, so daß sich für den weiteren Bestandsaufbau keine unmittelbaren Konsequenzen ergaben. Eine Prüfung der Freizeitbücherei, wo eine hohe Ausleihfrequenz erreicht werden soll, ergab 1995, daß ca. 90 % des Bestandes ausgeliehen werden sowie 40 % fast ständig ausgeliehen sind. Mit diesem Ergebnis kann man zufrieden sein. Im übrigen wird auch die Freizeitbücherei einmal pro Jahr einem Negativlauf unterzogen, um die weniger aktiven Titel aus dem Bestand nehmen zu können. Die Auswahlkriterien für einen sinnvollen Bestandsaufbau bedürfen einer per- manenten kritischen Reflexion, um den ständig sich verändernden Rahmen- bedingungen innerhalb eines universitären Bibliothekssystems gerecht zu werden. Hier können EDV-gestützte Bedarfsanalysen eine wertvolle Unter- stützung bieten, um die zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel möglichst effizient einsetzen zu können. Dies gilt um so mehr in Zeiten finanzieller Re- striktionen, wo es oft nur noch darum geht, die Grundversorgung sicherzustel- len. 676 BIBLIOTHEKSDIENST 30. Jg. (1996), H. 4
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