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Volume Heft 4 Ausleihanalysen als Instrument der Bestandsevaluierung

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 30.1996 (Rights reserved)

THEMEN --------------------------------------------------------------Erwerbung die Aufgabe, - unabhängig von den Zwängen sinkender finanzieller Ressour- cen - sowohl in der Spitzen- als auch in der Grundversorgung flexibel auf Veränderungen in der Nachfrage zu reagieren. Eine intensivierte und metho- disch verfeinerte Bestandsevaluierung wird nicht zuletzt angesichts der zu- nehmenden Bedeutung elektronischer Publikationen zu einer stärkeren Dy- namisierung der Erwerbungspolitik - auch im Hinblick auf Bestandsaussonde- rung und -Verlagerung - führen. Die Evaluierung der Erwerbungspolitik ist grundsätzlich darauf gerichtet, in- wieweit einerseits die Nachfrage durch die lokal vorgehaltenen Bestände gedeckt werden kann, andererseits inwieweit die aufgebauten Bestände tat- sächlich nachgefragt werden. Sie bezieht darüber hinaus die differenzierte Beobachtung und Analyse des akademischen Literaturmarktes als Korrektiv ein. Die Evaluierung des Bestandsaufbaus stellt einen der Themenbereiche dar, mit denen sich die im Sommer 1995 eingesetzte Expertengruppe Bestands- entwicklung in wissenschaftlichen Bibliotheken (II) auseinandersetzt. Ausge- hend von der Frage, inwieweit die Nachfrage durch die lokal vorgehaltenen Bestände gedeckt werden kann, befaßte sich ein erster Beitrag mit der Me- thodik zur Ermittlung des Fehlbedarfs und mit den erwerbungspolitischen Konsequenzen.2' Thema eines weiteren Beitrags war die Evaluierung von Zeitschriftenbeständen.31 Gegenstand im folgenden ist die Ausleihanalyse als Instrument der Bestandsevaluierung, wobei sich die Überlegungen auf den klassischen Bestandsaufbau beschränken. Bei elektronischen Publikationen, sei es daß sie - wie die CD-ROM- Datenbanken - vor Ort mit Trägermedium verfügbar sind, sei es daß sie im Direktzugriff online auf bibliothekseigenen oder externen Servern angeboten werden, sind die Voraussetzungen für eine differenzierte Messung der Benut- zung gegeben. Dagegen sind bei den Printmedien die Möglichkeiten, die Bestandsnutzung zu messen, begrenzt. Voraussetzung sind die Ausleihbarkeit der Bestände und Ausleihsysteme, die eine Bestandsevaluierung ermögli- chen. Die Ausleihbarkeit der Bestände ist im Gegensatz zu den Zentralbiblio- theken zweischichtiger Bibliothekssysteme in den einschichtigen Bibliotheks- systemen, die durch umfassende Freihandbestände und einen hohen Anteil von Präsenzbeständen gekennzeichnet sind, nur in begrenztem Maße gege^ ben. Bei den Ausleihsystemen müssen durchaus noch Anstrengungen unter- nommen werden, um das Instrumentarium für eine differenzierte Evaluierung der Bestände bzw. Bestandsgruppen zu verfeinern, wobei deren Erfolg freilich wiederum auch von den jeweiligen Aufstellungsmodalitäten abhängt. Schließlich darf bei der Bewertung des Bestandsaufbaus wissenschaftlicher Bibliotheken das Kriterium Grad der Nutzungsintensität keinesfalls verabsolu- 670 BIBLIOTHEKSDIENST 30. Jg. (1996), H. 4
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