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Volume Heft 4 Empfehlung zum Geschäftsverkehr zwischen wissenschaftlichen Bibliotheken und dem Antiquariatsbuchhandel

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 30.1996 (Rights reserved)

THEMEN ---------------------------------------------------------- Erwerbung Der Antiquar muß sorgfältig darauf achten, daß Bücher aus früherem Biblio- thekseigentum entwidmet, d. h., daß Bibliotheksstempel erkennbar vom Ei- gentümer als ungültig gekennzeichnet wurden. Die Bibliothek ihrerseits hat dafür zu sorgen, daß dies auf eine für das jeweili- ge Haus charakteristische Weise geschieht. Ein einfacher ,,Ausgeschieden"- Stempel genügt nicht, der Name der Bibliothek ist hinzuzufügen (z. B.: Abge- gebene Dublette der StUB Ffm). Wenn möglich, sollten Datum und Bearbei- terkürzel ergänzt werden. Um die Wertminderung bei der Weiterveräußerung so gering wie möglich zu halten, sollte der Entwidmungsvermerk auf der Rückseite des Haupttitelblatts angebracht werden. Wenn dem Antiquar Bestände mit nicht entwerteten Bibliotheksstempeln von dritter Seite angeboten werden, sollte er sich bei erkennbarer Provenienz direkt an die betreffende Bibliothek wenden. Ist die Herkunft nicht klar ersicht- lich oder aus zugänglichen Quellen zu ermitteln, richtet er eine Anfrage an das Deutsche Bibliotheksinstitut, um festzustellen, um welche Institution es sich handelt und ob diese noch existiert. Bei Beständen aus aufgelösten Bibliothe- ken genügt ein entsprechender Hinweis beim Angebot. Geschieht es in Ausnahmefällen dennoch, daß Bibliotheken antiquarische Bücher ohne getilgten Eigentumsstempel erhalten, gibt es zwei Möglichkeiten: - Rückgabe an den Antiquar mit der Bitte, die Eigentumsverhältnisse zu klären, - Kontaktaufnahme mit dem vermutlichen Eigentümer, um herauszufinden, auf welche Weise die Titel aus dem Bestand entfernt wurden. Der Antiquar wird über diese Rückfrage unterrichtet. Die Bezahlung der Rechnung wird bis zur Klärung zurückgestellt. Stellt sich bei diesen Untersuchungen heraus, daß die betreffenden Bücher beim möglichen früheren Eigentümer als vermißt geführt werden, hat die Bi- bliothek das Recht, das Werk an den Antiquar zurückzugeben. Die weiteren Verhandlungen sind zwischen dem Antiquar und dem mutmaßlichen Eigentü- mer zu führen. Die Parteien sollten versuchen, sich einvernehmlich zu einigen, bevor der Rechtsweg beschriften wird. Die nachfolgenden Empfehlungen orientieren sich am Geschäftsgang. 2. Angebote Um Kosten zu reduzieren und unnötigen Aufwand zu vermeiden, sollten die Bibliotheken mit den Antiquariaten und Auktionshäusern absprechen, ob sie die laufende Übersendung ihrer Verkaufskataloge wünschen und an wen 662 BIBLIOTHEKSDIENST 30. Jg. (1996), H. 4
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