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Volume Heft 4 Bibliothekswesen in den USA Mitte der neunziger Jahre

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 30.1996 (Rights reserved)

Ausland ________________________________ THEMEN dienste (ich verweise stellvertretend auf die Public Library Milwaukee), das breite Angebot besonderer Serviceleistungen (Hilfe beim Ausfüllen der Steu- ererklärung, elektronisch abrufbare Stellenangebote, Kinderbetreuung) und der unkomplizierte Zugang zu technischen Hilfsmitteln. Zum Berufsbild Bibliothekar in den USA Bezeichnend waren während der gesamten Reise, unabhängig von Ort, Biblio- thekstyp, Größe der Bibliothek o. ä. bestimmte Merkmale des amerikanischen Berufsstandes, die die Studenten veranlaßt haben, über ihre eigene Berufs- einstellung nachzudenken. Über ,,nichttraditionelle" Berufsfelder für Bibliothekare (Sophie Hoffmann) Die bibliothekarische Ausbildung in den Vereinigten Staaten ist eine integrierte Ausbildung, in der neben bibliothekarischen auch dokumentarische und in- formationswissenschaftliche Inhalte vermittelt werden. Die Trennung Biblio- thek - Dokumentation gibt es in den U.S.A. nicht, so daß der amerikanische Bibliothekar auch in die Bereiche gehen kann, die in Deutschland von anderen Berufsgruppen, wie zum Beispiel den Dokumentaren, besetzt werden. Im Laufe des Studiums spezialisiert sich der Student abhängig vom Bereich, in dem er später einmal arbeiten will.9' Spezialisierte Bibliotheken stellen die häufigste und wichtigste Bibliotheksform in den U.S.A. dar. Berufsfelder, nachfolgend beschrieben, sind für amerikanische Verhältnisse somit schon traditionell bzw. klassisch. Nichttraditionell auch im amerikanischen Sinne sind Bibliotheken in Großfirmen und sogenannte Information Offices. 1. Westinghouse Corporation Die Westinghouse Corporation ist ein privates Unternehmen. Der Bereich der Firma, den wir in Pittsburgh besuchten, beschäftigt sich mit der Entwicklung von Energiesystemen, insbesondere mit Atomanlagen. Die Bibliothek, als ,,Non-Profit-Abteilung" eines privaten Unternehmens, steht hier unter einem ständigen Rechtfertigungsdruck ihrer Existenz. Die Leiterin der Bibliothek ist direkt dem Präsidenten des Unternehmens unterstellt, zumal sie gleichzeitig andere ihm zuarbeitende Abteilungen leitet. Auffällig an dieser Bibliothek ist ihre Marktorientiertheit. So werden zum Bei- spiel unter einem ,,Dach" Informationen angeboten, die sich mit Marktanalyse, neuen Produkten, anderen Unternehmen (als Konkurrenten) usw. beschäfti- gen, Informationen, die für strategische (ProduktVMarktentscheidungen) Ent- scheidungsprozesse notwendig sind. Die Bibliothekare in der Bibliothek be- BlBUOTHEKSDIENST 30. Jg. (1996), H. 4 639
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