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Volume Heft 3 Die Hürden einer Spezialbibliothek

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 30.1996 (Rights reserved)

THEMEN________________________ Betriebsorganisation es mit den Möglichkeiten und der Entwicklung der Bibliothek des LUA - cha- rakteristisch, wie ich annehme, für viele kleine Spezial- und Behördenbiblio- theken - so kommt man zu einem Vergleich mit ,,Industriestaat" und ,,Ent- wicklungsland". Dieses klingt vielleicht negativ, ist aber keinesfalls so gemeint, denn entwik- kelt hat sich die Bibliothek des LUA im Sinne des Wortes. Unsere Probleme, Vorstellungen und Wünsche sind nur ganz anderer, viel fundamentalerer Art gewesen. Internet, World Wide Web und andere Trends liegen zur Zeit noch im dienstlichen Nebel, den wir eines Tages auch noch zu lichten hoffen. Wie die Bibliothek sich entwickelt hat und welche Schwierigkeiten wir mei- stern mußten, um den Aufsprung auf den Zukunftszug zu schaffen, möchte ich im folgenden schildern. Ende 1991 wurde von der Bibliothek der Landesanstalt für Immissionsschutz Nordrhein-Westfalen in Essen (LIS NRW), einer Vorläufereinrichtung des LUA, ein Bibliotheksverwaltungsprogramm angeschafft. Die Idee, die bis dato kon- ventionelle Organisation von der Erwerbung bis zur Ausleihe mit den neuen EDV-Möglichkeiten umzustellen, existierte schon länger, nur fehlten leider die finanziellen Mittel. Nach einem Vergleich vieler Programme entschied man sich für das Angebot einer kleineren Firma. Demo-Version und scheinbar günstiges Preis-Lei- stungsverhältnis spielten bei der Entscheidung die ausschlaggebende Rolle. Aber auch der Programmname, der die Verwandtschaft mit einer langjährig im HBZ-Verbund NRW praktizierten Lösung suggerierte, beeinflußte die Kaufent- scheidung. Noch ehe dieses Programm vollständig im Echtzeitbetrieb eingesetzt werden konnte, verließ die damalige Leiterin die LIS-Bibliothek, wohl auch mit dem Eindruck, daß viele Ungereimtheiten und Fehler den Charakter der Software bestimmten. Für 10 Monate war dann die LIS-Bibliothek, die für die Versor- gung von ca. 400 Mitarbeitern zuständig und auch externen Benutzern zu- gänglich war (und als LUA weiterhin ist), nur mit einer Bibliotheks-Assistentin besetzt, ehe ich im Oktober 1992 die Nachfolge antreten konnte. Von den durch den personellen Engpaß entstandenen hohen Rückständen bei der laufenden Arbeit und den Stapeln formal und sachlich nicht erschlossener Bücher abgesehen, waren dem ehrgeizigen Plan, die Berge abzutragen, rasch Grenzen gesetzt. Der Einsatz des Programms, als Hilfe gedacht, entpuppte sich schnell als Horror. Einige Module des Programms funktionierten gar nicht, andere boten immer wieder neue, frustrierende Überraschungen. Die Recherche mit Umlauten oder Zahlen in der Katalogisierung führte z. B. zu 436 BIBLIOTHEKSDIENST 30. Jg. (1996), H. 3
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