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Volume Heft 2 OPACs für Kinder oder David fordert Goliath

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 30.1996 (Rights reserved)

Erschließung------------------------------------------------------------THEMEN Alter zwischen acht und elf Jahren noch nicht auf neue Suchvorgänge über- tragen. Kinder haben wie auch manche Erwachsene Schwierigkeiten, Titel oder Namen in einer alpabetischen Reihe zu finden; buchstabieren falsch und kommen zu Fehlergebnissen, ohne zu wissen warum. Erst ab zehn Jahren etwa können sie die für Suchvorgänge in Datenbanken benutzten Hierarchien erkennen. Sie bevorzugen im ersten Lesealter meistens ganz einfache und nur wenige (etwa 20) konkrete Suchbegriffe. Sie können mit langen Trefferlisten gar nichts anfangen. Sie suchen z.B. ,,alles über Vögel". Mit einer Angabe von Suchfeldern können sie nichts anfangen, auch Fehlermeldungen werden i.d.R. nicht verstanden. Vor allem aber bleibt ihnen die Bedeutung der Signatur als Standortangabe im Regal ein Rätsel, wenn ihnen dies nicht ausdrücklich er- klärt wird. Diese zwar irgendwie geahnten Fehlermöglichkeiten bei der Nutzung von OPACs durch Kinder werden derzeit im bibliothekarischen Berufsstand ver- drängt und ausgeblendet, wie Prof. Bernhard Hütter von der Hochschule für Bibliotheks- und Informationswesen in Stuttgart berichten konnte. Er stellte Umfrageergebnisse aus 220 angeschriebenen öffentlichen Bibliotheken vor, die laut Angabe im ,,Jahrbuch öffentliche Bibliotheken" 1994/95 einen OPAC besaßen. Der Rücklauf auf diese Umfrage betrug 80,4 %; es konnten 135 Fragebogen ausgewertet werden. Einen OPAC speziell für Kinder gab es in keiner Bibliothek. Pflichtenheft für Kinder-OPACs Aus den Ergebnissen dieser Umfrage und aufgrund der Forschungsergebnis- se zu Kinder-OPACs entwickelte die DBI-Expertengruppe das schon eingangs erwähnte ,,Pflichtenheft für Kinder-OPACs". Mit diesem Pflichtenheft werden drei Ziele verfolgt, die Ilona Glashoff noch einmal zusammenfassend vortrug. Die DBI-Expertengruppe will: 1. die Berufsöffentlichkeit sensibilisieren, daß Kinder eigene OPACs brauchen, 2. den Kolleginnen Arbeitsgrundlagen für Ausschreibungen an die Hand geben und 3. Software-Firmen dazu anregen, sich mit diesem Pflichtenheft zu beschäftigen und eine neue, zielgruppenori- entierte und grafisch ansprechendere Generation von OPACs zu entwickeln. Michael Köhn, Student am Fachbereich Bibliothek und Information in Ham- burg, trug abwechselnd mit Prof. Bernhard Hütter die Anforderungen für kind- gerechte OPACs vor. Anschaulich mit Folien unterstützt prasselten notwendi- ge Fakten bezüglich Hardware- und Software-Ergonomie auf die gebannten Zuhörerinnen nieder. Spätestens beim Vorstellen des Datenerhaltungskonzep- tes und ihren Forderungen zur Qualität der Daten, wußten alle Zuhörerinnen, daß die bisherigen OPACs mega-out und schnellstens durch neue zu ersetzen BlBLJOTHEKSDIENST 30. Jg. (1996), H. 2 233
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