Path:
Volume Heft 12 Brandschutzmauer für das Internet?! Erfahrungsbericht der UB Hohenheim über die Einrichtung von Internet-Arbeitsplätzen für Benutzer

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 30.1996 (Rights reserved)

THEMEN ___________________________ Neue Medien Lebensgefühl. Gesucht wird weniger nach spezifischen Informationen, wichti- ger ist es, erfolgreich einzubrechen....".101 Könnten wir das einem Benutzer nachweisen, so käme § 202a StGB ,,Ausspähen von Daten" und § 303a StGB ,,Datenveränderung" bzw. §303b StGB ,,Computersabotage" zum Vollzug. Internet-Kriminalität Nicht-wissenschaftlich motiviertes Surfen im Internet ist grundsätzlich über die DFN-Benutzungsordnung nicht erlaubt. Aktives Einbringen und Verbrei- tung pornographischer Schriften ist strafbar nach § 184 StGB. ,,Besonders streng ist in Deutschland das Strafrecht, wenn rassistische und nationalistische Äußerungen verbreitet werden. § 130 StGB sieht Freiheits- strafen bis zu 5 Jahren vor"."' Die Strafvorschriften aus dem Gesetz über die Verbreitung jugendgefährden- der Schriften können im Netz nicht einfach angewendet werden. Der Gesetz- geber plant daher eine Anpassung der Gesetze. Doch auch hier gilt: Worte oder Gesetze sind Schall und Rauch. Daher brau- chen wir technische Beschränkungen. Unter dem Stichwort ,,Kindersicherung - jugendfreies Internet"121 gibt es Er- gänzungssoftware, wie NetNanny und Cybersitter. Diese Programme ermögli- chen Eltern eine Zugangskontrolle zum Internet. Wesentlicher Bestandteil der Programme ist eine Liste mit identifizierten Web-Pages zu den Themen Sex, Porno, Gewalt, sowie einem Begriffslexikon, dessen Einträge mit den Inhalten der zu ladenden Web-Pages abgeglichen werden. Teilweise können auch eigene Erweiterungen vorgenommen werden. Ein solches Programm kann allerdings für eine Bibliothek nicht ernsthaft erwogen werden. Selbst für die angestrebte Zielgruppe stuft DIE ZEIT solche Programme als ,,hilflose Hüter"13' ein. In den USA hat Bill Clinton am 8. Febr. 96 die Reform des Telekom-Gesetzes unterzeichnet. ,,Seither ist jeder amerikanische Internet-Provider voll für die Inhalte zuständig, die er zugänglich macht. Er hat dafür zu sorgen, daß über ihn keine anstößigen Inhalte erreichbar sind".14' Es wirkt eher hilflos;,als Ge- setzgeber, ,,Einfluß auf die Inhalte des Internets"15' ausüben zu wollen. ,,Es liegt in der Struktur des Netzwerks, daß es immer einen Weg vorbei an der Zensur gibt".16' Auch in Bonn wird seit geraumer Zeit ein Gesetzentwurf dis- kutiert, der unter anderem die Verschlüsselung von Daten reglementieren soll.171 2060 BlBLIOTHEKSDIENST 30. Jg. (1996), H. 12
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.